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Karosserie CFK-Leichtbau im VW 1-Liter-Auto XL1

| Redakteur: Michael Ziegler

Bereits 2002 stellte Volkswagen ein alltagstaugliches 1-Liter-Auto in Aussicht. Für dieses Vorhaben muss jede Komponente auf maximale Effizienz getrimmt werden. Ein besonderer Fokus liegt darin, eine Leichtbau-CFK-Karosserie zu entwickeln.

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Die in weiten Teilen aus CFK gefertigte Karosserie des XL1 wiegt mitsamt Flügeltüren, Windschutzscheibe und Monocoque nur 230 Kilogramm.
Die in weiten Teilen aus CFK gefertigte Karosserie des XL1 wiegt mitsamt Flügeltüren, Windschutzscheibe und Monocoque nur 230 Kilogramm.
(VW)

Vor rund zehn Jahren formulierte der heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG Ferdinand Piëch die Absicht, ein vollwertiges und alltagstaugliches Automobil zu entwickeln, das einen Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer verbraucht. Mit dem aktuellen Prototyp des sogenannten XL1 befindet sich VW derzeit in der dritten Evolutionsstufe der 1-Liter-Auto-Strategie.

Das Antriebskonzept – ein Plug-in-Hybridsystem – besteht aus einem Zweizylinder-TDI-Motor (35 kW/48 PS), einem E-Motor (20 kW/27 PS), einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und einer Lithium-Ionen-Batterie. Letztere wird über eine normale Steckdose oder per Bremsenergierückgewinnung geladen und ermöglicht im vollen Zustand bis zu 35 Kilometer rein elektrisches Fahren. Insgesamt soll ein Verbrauch von 0,9 l/100 km möglich sein, was einer CO2-Emission von 24 g/km entspricht.

Der Leichtbau ist entscheidend

Ein sparsamer Antrieb alleine reicht für die angestrebten Verbrauchswerte jedoch nicht aus: das Thema Leichtbau spielt bei der XL1-Entwicklung eine zentrale Rolle. Die wohl wichtigste Komponente innerhalb des Leichtbaukonzepts ist dabei die aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) gefertigte Karosserie, bestehend aus einem Monocoque und verschiedenen Anbauteilen. Bei den ersten beiden Evolutionsstufen bot deren Aufbau – zugunsten der Aerodynamik – nur zwei hintereinander sitzenden Passagieren Platz. Im aktuellen XL1 können dagegen Fahrer und Beifahrer leicht versetzt nebeneinander Platz nehmen, was die Alltagstauglichkeit erhöht. Darüber hinaus bietet der Sparkünstler noch ein Highlight: Flügeltüren, die zudem das Ein- und Aussteigen erleichtern sollen.

Leicht und windschlüpfrig

Die Aerodynamik des neuen XL1 kann auch nach dieser Maßnahme weiterhin überzeugen. Dies verdeutlicht ein Vergleich mit dem Golf: Der Kompaktwagen weist einen Luftwiderstand aus Cw (0,312) x A (Stirnfläche 2,22 m2) von 0,693 m2 auf – in diesem Segment ein guter Wert. Der XL1 toppt das mit einem Cw-Wert von 0,186 und seiner Stirnfläche von 1,50 m2. Das Produkt hieraus ergibt einen Luftwiderstand von 0,277 m2 – zweieinhalbfach niedriger als beim Golf.

Durch den Werkstoff CFK ergibt sich eine beachtliche Gewichtsersparnis: Der Prototyp des XL1 wiegt lediglich 795 Kilogramm. Davon entfallen 227 Kilo auf die komplette Antriebseinheit, 153 Kilo auf das Fahrwerk, 80 Kilo auf die Ausstattung (inklusive der zwei Schalensitze) und 105 Kilo auf die Elektrik. Bleiben 230 Kilogramm für die in weiten Teilen aus CFK gefertigte Karosserie mitsamt Flügeltüren, Windschutzscheibe in Dünnglastechnik sowie dem aus dem Rennsport bekannten Monocoque, das für die nötige Sicherheit sorgt.

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