Karosserie

CFK-Leichtbau im VW 1-Liter-Auto XL1

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Das Problem beim CFK-Einsatz: die Fertigungskosten

CFK besitzt andererseits einen entscheidenden Nachteil: Die Fertigungskosten sind verfahrensbedingt sehr hoch. Was in der Formel 1 kein Problem ist, ist für die zukünftige Serienfertigung des Wolfsburger Sparwunders eine noch zu überwindende Hürde. Schließlich muss auch ein 1-Liter-Auto in der Anschaffung bezahlbar bleiben.

Die Kosten für CFK als Leichtbau-Werkstoff müssen für den Einsatz in der Großserie noch weiter gesenkt werden.
Die Kosten für CFK als Leichtbau-Werkstoff müssen für den Einsatz in der Großserie noch weiter gesenkt werden.
(VW)

Volkswagen ist es hier gelungen, zusammen mit Zulieferern ein neues System zur CFK-Herstellung zu entwickeln, das eine serientaugliche und wirtschaftliche Fertigung von Teilen in relevanten Mengen ermöglichen soll. Im sogenannten aRTM-Verfahren (advanced Resin Transfer Moulding / Harz-Injektionsverfahren) können die Prozesskosten deutlich reduziert werden – eine wichtige Voraussetzung für eine erste Kleinserie. Die kraftflussgerechten Lagen der Kohlefasern werden mit einem Epoxidharzsystem zu den Bauteilen geformt, was den Verbundwerkstoff extrem tragfähig und leicht machen soll. Das Verfahren haben sich die Beteiligten patentieren lassen.

Prämierte Technik

Den Aufwand, den die VW-Ingenieure in die Entwicklung der CFK-Komponenten stecken, würdigte zuletzt auch die Internationale Gesellschaft für Kunststofftechnik e.V.: Im Juli dieses Jahres zeichnete sie ein Seitenteil des XL1 mit dem „Automotive Division Award 2012“ aus. In der Kategorie „Body Exterior“ gewann das carbonfaserverstärkte und ultradünne Außenhautteil, das mit nur 1,2 Millimeter Stärke effizient im RTM-Verfahren gefertigt und in einem seriennahen Prozess lackiert wurde. Dabei sei ein „verfahrenstechnischer Weg“ gefunden worden, „ein CFK-Teil mit einer Class-A-Oberfläche zu versehen“.

Für eine zukünftige Kleinserie scheinen die Weichen des 1-Liter-Volkswagen gestellt. Die Wirtschaftlichkeit von CFK als Werkstoff in der Großserie ist jedoch laut VW noch nicht gewährleistet. Dafür seien die Herstellungskosten derzeit zu hoch. Um 1-Liter-Verbräuche in alltagstauglichen Fahrzeugen zu realisieren, werden die Ingenieure aber nicht um den Einsatz solch hochkomplexer Werkstoffe im Leichtbau herumkommen. Die Herausforderung liegt in einer effizienten Fertigung.

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