Suchen

Powertrain

CO2-Trends: Die Autohersteller im Vergleich

Seite: 2/2

Firma zum Thema

Die CO2-Jahresbilanz der drei großen deutschen Premiumhersteller fällt unterschiedlich aus: BMW (inkl. Mini) erreicht mit 127,4 g/km den besten Wert gefolgt von Audi und Mercedes (inkl. Smart), die auf 131,1 bzw. 133,5 g/km kommen. Während die Münchner die Bilanz zum Vorjahr kaum verbessern können, weist überraschend Audi eine Reduktion um 1,3 Prozent auf.

Dies gelingt Audi trotz eines Rückgangs des Dieselanteils an den Neuzulassungen von 66 auf nur noch 55 Prozent, da gleichzeitig deutlich mehr Fahrzeuge des Kompakt-SUVs Q2 verkauft werden konnten. Dagegen weisen bei Mercedes (inkl. Smart, ohne Vans/Wohnmobile) die CO2-Emissionen weiterhin in die falsche Richtung und steigen in der deutschen Flotte um 1,2 Prozent.

Bildergalerie

„Die alarmierende CO2-Bilanz ist der Verunsicherung im Dieselbereich und dem Umstieg auf Benziner sowie den Erfolgen der Hersteller im Trendsegment SUV und Geländewagen geschuldet“, analysiert Studienleiter Bratzel.
„Die alarmierende CO2-Bilanz ist der Verunsicherung im Dieselbereich und dem Umstieg auf Benziner sowie den Erfolgen der Hersteller im Trendsegment SUV und Geländewagen geschuldet“, analysiert Studienleiter Bratzel.
(Bild: CAM)

Auch bei Volvo erhöhen sich Werte um 2,4 Prozent auf jetzt 129,9 Gramm CO2/km. Die Sportwagenhersteller bleiben auf einem sehr hohen CO2-Emissionenlevel. Jaguar muss nach Erfolgen in den vergangenen Jahren wieder höhere Werte hinnehmen und liegt bei 154,2 Gramm CO2, während die Schwestermarke Land Rover ebenfalls zulegt auf 169,9 g/km. Oberhalb von JLR liegt der Sportwagenbauer Porsche, der seine CO2-Emissionen um 4,8 Prozent auf 185 g/km senken kann.

Fazit: Handlungsdruck ist groß

Die überraschende CO2-Bilanz im Referenzmarkt Deutschland zeigt, dass für die Automobilhersteller noch erheblicher Handlungsbedarf besteht, um die EU CO2-Grenzwerte 2021 zu erreichen und hohe Strafzahlungen im Milliardenbereich zu verhindern. Nach derzeitigem Stand ist dies nur durch einen hohen Anteil elektrifizierter Fahrzeuge an den Neuzulassungen zu erreichen.

Dies bedingt aber einiger Voraussetzungen: Aus Kundensicht muss dafür nicht nur eine ausreichende Ladeinfrastruktur vorhanden sein. Vielmehr müssen die Fahrzeuge in verschiedenen Segmenten funktional sowie auch preislich im Vergleich zu Verbrennern attraktiv sein. Hersteller müssen sich aufgrund der immer noch höheren Kosten für E-Fahrzeuge daher wohl zwischen Pest und Cholera entscheiden: Strafzahlungen mit einem großen Imageschaden hinnehmen oder auf hohe Rabatte bzw. auf die üblichen Gewinnmargen verzichten.

Gleichzeitig müssen E-Fahrzeuge durch weitere Anreizsysteme politisch flankiert werden. Darüber hinaus könnte auch der relativ saubere Diesel (Euro 6d) zum Erreichen der Klimaziele beitragen. Allerdings verhindert die aufgeladene Stimmung in der Öffentlichkeit im Zuge des Abgasskandals und die Verunsicherung der Käufer derzeit noch eine rationale Diskussion von Antriebskonzepten.

(ID:45148264)