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Konkurrenz für andere Ausstattungs-Features
Nach wie vor zählt weder in Deutschland noch in China eine Connectivity-Ausstattung zu den Top-Auswahlkriterien beim Neuwagenkauf, dennoch stellt die im Rahmen der Studie untersuchte Abwanderungsbereitschaft bei mangelndem Dienste-Angebot insbesondere in China ein Risiko dar. So würden 39 Prozent aller dortigen Käufer einen Wechsel der Marke in Erwägung ziehen, sollten gewünschte Dienste nicht vom Hersteller angeboten werden.
Aber nicht nur die Abwanderung zu einer anderen Marke aufgrund von mangelndem Connectivity-Angebot kann sich laut der beiden Beratungsunternehmen für die Automobilhersteller zu einem Risiko entwickeln. Auch der Verzicht der Kunden auf andere Sonderausstattungen für Connectivity-Features kann zum Problem werden – insbesondere dann, wenn es sich um aus Herstellersicht hochprofitable Sonderausstattungen wie beispielsweise Alu-Felgen oder Sonderlackierungen handelt. In Deutschland ziehen diese Option bereits 28 Prozent und in China 24 Prozent der Käufer in Erwägung.
Die Kundenbefragung ergab zudem, dass der klassische Handel im Bereich der Vermarktung von Connectivity-Angeboten eine zentrale Rolle einnimmt. Damit kommt geschulten Connectivity-Kompetenzen der Verkäufer eine noch höhere Bedeutung zu.
Datenschutz unterschiedlich gewichtet
Beim Kauf von Connectivity-Features haben die befragten deutschen und chinesischen Kunden eine klare Präferenz angegeben, die aktuell von kaum einem der Automobilhersteller in dieser Form bedient wird: In beiden Märkten ziehen jeweils über 70 Prozent aller Neuwageninteressenten die Möglichkeit vor, lediglich eine Basis-Lösung oder die reinen technischen Voraussetzungen für ihr Neufahrzeug zu bestellen, um dann Connectivity-Dienste zu einem späteren Zeitpunkt beliebig nachrüsten zu können. Die bei fast allen Herstellern einzig aktuell verfügbare Variante, umfangreiche Connectivity-Lösungen direkt mit dem Fahrzeugkauf zu erwerben, wird dagegen von weniger als einem Viertel alle Befragten favorisiert.
Während im Rahmen der Studie einige Parallelen zwischen deutschen und chinesischen Kunden aufgezeigt wurden, ist vor allem beim Thema Datenschutz ein klarer Mentalitätsunterschied zu erkennen. Gegenüber 51 Prozent in China, würden somit in Deutschland nur 32 Prozent aller Kunden einer dienstspezifischen Datenverarbeitung durch den Hersteller auf jeden Fall zustimmen. Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn zweifelnden oder gänzlich ablehnenden Kunden ein klarer, persönlicher Nutzen aus der Datenverarbeitung aufgezeigt wird: In Deutschland lässt sich so die Quote der Zustimmenden laut der Befragung auf insgesamt 56 Prozent erhöhen, in China würden hingegen mit 95 Prozent nahezu alle befragten Neuwagenkäufer einer Nutzung persönlicher oder fahrzeugbezogener Daten durch den Hersteller zustimmen.
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