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Car Connectivity Compass 2015 Connectivity-Studie: Kunden wollen Basis-Lösungen

Redakteur: Christian Otto

Das Thema Connectivity beschäftigt alle Hersteller. Doch die Kunden scheinen die markenspezifischen Features nicht im erhofften Maße anzunehmen. Vielmehr wünschen sie sich Systeme die nachträglich erweitert werden können. Diese und andere Ergebnisse zeigt eine Untersuchung von Berylls und mm customer strategy.

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Connectivity-Lösungen wie jene von BMW werden von den Kunden noch nicht so stark angenommen.
Connectivity-Lösungen wie jene von BMW werden von den Kunden noch nicht so stark angenommen.
(Foto: BMW)

Die Automobilhersteller haben in den vergangenen Jahren den Ausbau ihrer Connectivity-Angebote zu einem Top-Thema gemacht, sowohl im Premium- als auch im Volumen-Segment. Diese neue Priorität spiegelt sich unter anderem in dem zunehmend größeren Stellenwert von Connectivity-Lösungen bei der Bewerbung von Neufahrzeugen wider, wie dies aktuell z.B. bei Kampagnen von BMW mit „ConnnectedDrive“, Mercedes-Benz mit „connect me“ oder auch Ford mit „SYNC““ zu beobachten ist. Dass diese Bemühungen zum Teil kaum Früchte tragen und die Hersteller gut damit beraten sind, bei der Konzeption von Connectivity-Lösungen mehr auf tatsächliche Kundenbedürfnisse einzugehen, soll die Kundenstudie „Car Connectivity Compass 2015“ der Münchener Strategieberatungen Berylls Strategy Advisors und mm customer strategy zeigen, die erstmals neben Deutschland auch in China mit insgesamt 2.000 Neuwageninteressenten durchgeführt wurde.

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Die Studienverantwortlichen weisen darauf hin, dass mit dem Ausbau der Connectivity-Lösungen auch Vermarktungsbemühungen für diese Technologien durch die OEMs zugenommen haben. Allerdings scheinen diese Bemühungen gerade bei deutschen Kunden kaum anzukommen. So zeigt die Studie, dass in China 76 Prozent aller befragten Neuwagenkäufer mindestens ein Connectivity-Angebot kennen, in Deutschland hingegen nur 57 Prozent der Käufern. „Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Automobilhersteller bei weitem nicht das Marktpotenzial Connectivity-Angeboten ausschöpfen und die Vermarktung nicht konsequent genug angehen“, kommentiert Dr. Jan Burgard, geschäftsführender Partner bei Berylls Stratetgy Advisors, dieses Teilergebnis.

Subjektive Einschätzung

Für chinesische wie deutsche Kunden gelte aber, dass deutsche Hersteller in der Wahrnehmung weit oben stehen. In beiden Märkten nehmen laut der Untersuchung die Marken BMW, Mercedes-Benz, Audi und Volkswagen die ersten vier Plätze in unterschiedlicher Reihenfolge ein. In Deutschland führe demnach weiterhin BMW das Feld an, in China ist das Connectivity-Angebot von Audi hingegen am bekanntesten. Allerdings ist hier eine subjektive Einfärbung zu beachten: In der Regel erscheine nämlich die Marke am kompetentesten, welche von den Kunden auch als präferierte Marke für den Neuwagenkauf angegeben wird.

Die Untersuchung wies auch nach, dass in beiden Ländern eine hohe Bereitschaft bestehe, kostenpflichtige Connectivity-Dienste in Anspruch zu nehmen. Dabei seien insbesondere sicherheits-, navigations- und fahrzeugnahe Dienste bei den Kunden gefragt. Während in Deutschland rund 30 bis 50 Prozent aller Käufer für diese Dienste einen Aufpreis zahlen würden, befindet sich die Zahlungsbereitschaft mit 70 bis 90 Prozent in China allerdings auf einem wesentlich höheren Niveau.

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