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Conti baut Labor für Naturkautschuk aus Löwenzahn

| Redakteur: Svenja Gelowicz

Der Entwurf für das Taraxagum Lab Anklam: Hier soll aus Russischem Löwenzahn Naturkautschuk entstehen.
Der Entwurf für das Taraxagum Lab Anklam: Hier soll aus Russischem Löwenzahn Naturkautschuk entstehen. (Bild: Continental)

Continental beginnt mit dem Bau des Forschungs- und Versuchslabors „Taraxagum Lab Anklam“: Der Reifenhersteller investiert 35 Millionen Euro in eine Anlage, in der Naturkautschuk aus Russischem Löwenzahn entstehen soll.

Mit einem symbolischen Spatenstich hat Conti gestern (13. November) mit dem Bau eines Forschungslabors begonnen. In Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt in Anklam, will der Reifenhersteller den Anbau und die Verarbeitung von Russischem Löwenzahn als alternative Rohstoffquelle zum Kautschukbaum erforschen.

Fallen die Ergebnisse positiv aus, will das Unternehmen den Rohstoff in der Serienproduktion einsetzen – und so künftig einen Teil seines Naturkautschukbedarfs aus der Löwenzahnpflanze zu gewinnen. Das Labor soll ab Herbst 2018 den Betrieb aufnehmen und rund 20 Arbeitsplätze bieten.

Von rechts: Dr. Carla Recker, Dr. Carsten Venz, Dr. Andreas Topp (alle Continental), Wirtschaftsminister Harry Glawe, Dr. Boris Mergell (Continental), Bürgermeister Michael Gallander und Dr. Katharina Herzog (Continental) beim Spatenstich.
Von rechts: Dr. Carla Recker, Dr. Carsten Venz, Dr. Andreas Topp (alle Continental), Wirtschaftsminister Harry Glawe, Dr. Boris Mergell (Continental), Bürgermeister Michael Gallander und Dr. Katharina Herzog (Continental) beim Spatenstich. (Bild: Continental)

11,6 Millionen Euro von Mecklenburg-Vorpommern

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben für den Bau und die Forschung mit rund 11,6 Millionen Euro, Conti selbst investiert 35 Millionen Euro. Dr. Boris Mergell, Leiter der Forschung und Entwicklung Pkw-Reifen von Continental: „Die Pflanzen für unseren Taraxagum genannten Löwenzahnkautschuk können auch in gemäßigten Breiten angebaut werden. So können Monokulturen und Brandrodung in den Tropen vermieden werden; auch die Transportwege zu unseren Reifenwerken sind deutlich kürzer als bisher.“

Wirtschaftsminister Harry Glawe betonte, dass sich Continental als ein strategischer Investor für die ganze Region erweisen könne: „Wir haben Hoffnung, dass mit dem erfolgreichen Verlauf des Forschungsvorhabens in einem weiteren Schritt auch eine innovative Fabrik der Zukunft in Vorpommern entsteht.“

Löwenzahn statt Kautschukbaum

Continental hatte mit der Entwicklung von Taraxagum vor rund fünf Jahren in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut IME, dem Julius Kühn-Institut sowie dem Pflanzenzüchter Eskusa begonnen. Dabei wurde der russische Löwenzahn so weitergezüchtet, dass ein Ertrag möglich wird, der mit dem klassischen Kautschukbaum aus den Tropen vergleichbar ist. Zudem sind neue Prozess- und Produktionsmethoden entwickelt worden, um aus dem Latexsaft der Pflanzenwurzel den Naturkautschuk zu gewinnen, der zum Beispiel für Reifen benötigt wird.

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