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Automatisiertes Fahren

Continental kombiniert Umfeld- und Innenraumkamera

| Autor/ Redakteur: Ampnet/ Jri / Maximiliane Reichhardt

Der Automobilzulieferer Continental hat ein Kamerasystem entwickelt, mit dessen Hilfe Systeme automatisiert fahrender Fahrzeug erkennen sollen, ob der Fahrer bereit für das manuelle Fahren ist.

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Die „Road and Driver“-Kamera von Continental soll bis 2021 serienreif sein.
Die „Road and Driver“-Kamera von Continental soll bis 2021 serienreif sein.
(Bild: Continental)

Eine der wesentlichen Herausforderungen des automatisierten Fahrens ist die sichere Übergabe vom automatisierten zum manuellen Fahren. Continental hat dafür nun ein kombiniertes Umfelderfassungssystem entwickelt. Es besteht aus einer nach innen schauenden Infrarot-Kamera und einer nach außen blickenden Kamera. Das System soll den Fahrer auf dem Fahrersitz und die Verkehrssituation beobachten und fortlaufend ermitteln, ob der Mensch in der Lage ist, die Fahrverantwortung zu übernehmen.

Die „Road and Driver“-Kamera soll 2021 serienreif sein

Die Kameradaten, die von der dazugehörigen Software permanent ausgewertet werden, zeigen beispielsweise, ob der Fahrer aufmerksam oder abgelenkt ist, ob er sich den Kindern auf den Rücksitzen zugewandt hat oder seinem Smartphone und ob er die Hände am Lenkrad hat oder anderweitig beschäftigt ist. Eine Speicherung der Daten sei nicht vorgesehen.

Die so genannte „Road and Driver“-Kamera befindet sich hinter der Windschutzscheibe des Fahrzeugs oberhalb des Rückspiegels – und damit an dem Ort, an dem heute schon die Kamera sitzt, deren Objektiv nach vorne auf die Straße gerichtet ist und Daten für Fahrassistenzsysteme bereitstellt. Merkmale der neuen Kamerageneration sind laut Hersteller die hohe Bildauflösung, gute Nachtsichteigenschaften und ein Öffnungswinkel von bis zu 125 Grad, um querende Objekte im Straßenverkehr früher erkennen zu können. Continental will das System bis 2021 serienreif haben.

Anpassung passiver Sicherheitssysteme

Die Informationen der Innenraumkamera sollen sich nicht nur für eine sichere Übergabe der Fahrfunktion auswerten lassen. Sie könnten darüber hinaus mit Hilfe der Software-Funktion „Occupant Safety Monitor” auch verwendet werden, um die passiven Sicherheitssysteme wie Gurte oder Airbags optimal auf die jeweilige Situation anzupassen. So könne dann zum Beispiel die Auslösung der Airbags gezielt auf die Innenraumsituation abgestimmt werden – für eine bessere Schutzwirkung der Airbags.

Die Verbraucherschutzorganisation Euro NCAP hat die Themen Fahrerbeobachtung und das sogenannte Baby- oder Kinder-Monitoring in geschlossenen Fahrzeugen in ihre Agenda aufgenommen. Das Ziel: die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen und einen Beitrag zur Vision Zero zu leisten, einer Zukunft ohne Verkehrstote und -verletzte und ohne Unfälle.

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