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Wirtschaft Continental schickt 30.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit – Vorstände verzichten auf Gehaltsanteile

| Autor: Svenja Gelowicz

Große Teile der Continental-Produktion ruhen derzeit. Der Zulieferer aus Hannover hat nun verschiedene Maßnahmen ergriffen und schickt unter anderem 30.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

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Continental schickt rund 30.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.
Continental schickt rund 30.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.
(Bild: Continental)

Der Hannoveraner Automobilzulieferer Continental kassiert seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr wegen der Coronavirus-Pandemie. Die dynamische Entwicklung lasse nicht abschätzen, wann ein neuer Ausblick für das aktuelle Jahr möglich sei. Die Unsicherheit gelte auch für mögliche „weitere Konsequenzen für Produktion, Lieferkette und Nachfrage“.

Außerdem verkündet das Unternehmen in einer Mitteilung, dass ab Mittwoch (1. April) 30.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit sind. Das sei die Hälfte der in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter über alle Unternehmensfunktionen; also in der Produktion, Forschung und Entwicklung oder auch der Verwaltung.

Oberstes Ziel sei der Schutz der Mitarbeiter und der Erhalt der Arbeitsplätze. An einer Reihe von deutschen Standorten sei die Kurzarbeit für mehrere Wochen geplant und je nach Entwicklung der Marktlage für die Dauer von sechs bis zwölf Monaten möglich, heißt es weiter.

Über 40 Prozent der Conti-Standorte haben die Fertigung gestoppt

Derzeit stünden mehr als 40 Prozent der insgesamt 249 Continental-Produktionsstandorte weltweit vorübergehend für die Dauer von wenigen Tagen bis einigen Wochen still. Die Fertigung ruht vor allem in Europa, Nord- und Südamerika. In China wiederum hat der Tier-1-Lieferant seine Produktion seit dem 10. Februar sukzessive wieder hochgefahren.

„In Krisenphasen ist finanzielle Liquidität das oberste Gebot“, sagte Contis Vorstandschef Elmar Degenhart. Dafür senke man die Kosten, optimiere das Betriebskapital und verschiebe Projekte und Investitionen, die gerade nicht dringend erforderlich seien. Mit „voller Kraft“ treibe man hingegen die Vorbereitungen für bevorstehende Serienanläufe voran.

Der Konzern verfügte am 29. Februar den Angaben zufolge über flüssige Mittel in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro und hatte darüber hinaus zugesagte ungenutzte Kreditlinien von rund 4,6 Milliarden Euro. Staatshilfe brauche der Konzern nach Angaben von Degenhart aus derzeitiger Sicht nicht, berichtet „dpa“.

Die Vorauszahlen für das erste Quartal spiegeln die Krise bereits wieder. Die Prognose bilanziert den Konzernumsatz auf nur zwischen 9,4 und 9,8 Milliarden Euro. Die bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern liege zwischen zwei und drei Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Umsatzrückgang demnach bei über zehn Prozent; der Umsatz betrug zu diesem Zeitpunkt etwa 11 Milliarden Euro.

Führungskräfte verzichten auf Teile des Gehalts

Aus Solidarität zu den Beschäftigten verzichteten auch die Führungskräfte auf Teile des Gehalts. So beziehe der Continental-Vorstand zehn Prozent seines Monatseinkommens weniger. „Eine Großzahl an Führungskräften“ verzichte ebenfalls auf Gehaltsanteile, heißt es in einer Mitteilung.

Degenhart sagte außerdem, man sei stark und zuversichtlich. „Wir haben ein krisenerprobtes Team und sind bilanziell solide aufgestellt.“

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 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Autojournalistin