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Wirtschaft Daimler-Finanzchef: Rechnungen von Lieferanten so spät wie möglich bezahlen

Redakteur: Svenja Gelowicz

Daimler will seine Liquidität schonen. Finanzchef Harald Wilhelm fordert einem Medienbericht zufolge seine Mitarbeiter auf, Rechnungen an Zulieferer möglichst spät zu begleichen. Von einem Verband kommt scharfe Kritik.

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Harald Wilhelm ist Finanzchef beim Automobilhersteller Daimler.
Harald Wilhelm ist Finanzchef beim Automobilhersteller Daimler.
(Bild: Daimler)

Daimler hat im Zuge der Coronakrise strenge Sparmaßnahmen ausgerufen. Der Hersteller streicht Tausende Stellen und will sich im Markt deutlich spitzer positionieren als bislang. Nun hat Daimlers Finanzchef Harald Wilhelm laut einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag, 9. November) die Beschäftigten aufgefordert, eingehende Rechnungen so spät wie möglich zu begleichen. Das erklärte der Manager demnach in einem Intranetbeitrag.

Letztendlich sollen die Mitarbeiter auch mit den Lieferanten über Zahlungsziele verhandeln. So schreibe Wilhelm: „Wie kann ich mit unseren Lieferanten verhandeln, um die Zahlungsziele zu verlängern?“ Jeder Mitarbeiter müsse verstehen, wie man die Balance zwischen dem Geld, das hereinkommt und dem Geld, das ausgegeben wird, optimieren könne, zitiert die Zeitung den Manager.

„Corona gilt wohl nur für die Hersteller“

Daimler will sich dazu nicht äußern. „Wir sind mit unseren Lieferanten in engem Austausch“, heißt auf Anfrage lediglich. Die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArgeZ) vertritt etwa 9.000 mittelständische Zulieferunternehmen und kritisiert den Hersteller scharf.

„Die Zahlungsziele müssten jetzt eigentlich verkürzt werden“, sagt Sprecher Christian Vietmeyer mit Blick auf viele stark unter Druck stehende Zulieferunternehmen. „Corona gilt wohl nur für die Hersteller, nicht für die Zulieferer.“ Zugleich verweist er auf die gesetzlich verankerte Frist von 30 Tagen für Zahlungsziele in Einkaufsbedingungen.

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