Interview zum Induktiven Laden

„Das bringt eine größere Flexibilität“

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Welche Vorteile hat die Spulen- gegenüber der Steckertechnologie?

In Bezug auf die Infrastruktur haben beide Systeme in den nächsten Jahren ihre Berechtigung. Allerdings wird sich auch die Infrastruktur für das induktive Laden ausbreiten. Der Vorteil bei dieser Ladeform liegt im Fehlen der Ladesäulen, was eine einfachere Integration an den verschiedensten Orten ermöglicht. Zudem entfallen Vandalismusprobleme, da das System wesentlich robuster ist als die Kabelvariante. Auch in der Architektur bietet sich eine erhöhte Flexibilität, weil es unsichtbar beispielweise in Altstädten untergebracht werden kann. Die Technik deckt Abstände von 100 bis 300 Millimeter ab, wodurch sie auch unter dem Asphalt liegen darf.

Wie sieht es mit der Sicherheit des Systems aus?

Dort haben wir lange Erfahrung durch die Entwicklung von Handys, bei denen die Magnetfelder ja auch in der Nähe des Kopfes wirken. Wir erfüllen mit unserem System die relevanten Normen. Zudem reagiert das System auf metallische Fremdkörper im Magnetfeld, mit der so genannten „Foreign Object Protection“. Das System erkennt die metallischen Objekte am Boden und schaltet ab. Es schickt ihnen dann eine‚ Information auf ihr Handy mit dem Hinweis das Objekt zu beseitigen. Die zweite Sicherung ist die so genannte „Life Object Protection“. Heimtiere werden dadurch geschützt.

Wem stellen sie das System zurzeit schon zur Verfügung?

Wir arbeiten sowohl mit den Tier-1- als auch mit der Infrastrukturseite zusammen. Der erste Schritt wird sein, das System im Privatbereich zu verbauen. Die ersten Fahrzeuge dazu werden in den nächsten zwei bis drei Jahren kommen. Dann folgt nochmals zwei Jahre später die Flächenverbreitung, wie in Parkhäusern. Dort gibt es aber auch schon erste Tests, wie derzeit in Parkhäusern in London.

Auf welchen Märkten wollen Sie mit der Technik durchstarten?

Erst kommt Europa und Asien und dann erst die USA. Deshalb haben wir auch unser Entwicklungszentrum in Deutschland. Hier in Europa werden wir die Systeme wohl wesentlich schneller sehen.

Lesen Sie mehr zum Thema induktives Laden in der kommenden Printausgabe der »Automobil Industrie«.

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