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Elektromobillität „Das geht nicht!“: Diess macht VW-Managern CO2-Druck

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Jens Scheiner

Volkswagenchef Herbert Diess ist offenbar nicht zufrieden, wie stark Führungskräfte beim Autobauer den ausgerufenen Elektro-Kurs bislang vorleben. Deswegen erhöht die Konzernspitze beim Thema Dienstwagen jetzt den Druck.

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Volkswagen-Chef Herbert Diess will die Dienstwagenflotte des Autobauers elektrifizieren.
Volkswagen-Chef Herbert Diess will die Dienstwagenflotte des Autobauers elektrifizieren.
(Bild: Volkswagen)

Bis 2050 will Volkswagen CO2-neutral unterwegs sein. Als wichtigsten Hebel dafür hat Konzernchef Herbert Diess eine große Elektrifizierungsoffensive ausgerufen. Noch ist der Manager allerdings offenbar nicht damit zufrieden, wie bei VW selbst der Kurs angenommen wird.

Deswegen ordnet die Konzernspitze jetzt auch bei der eigenen Dienstwagenflotte von VW-Managern eine Elektrifizierungsoffensive an. Bislang betrage der durchschnittliche Ausstoß von VW-Dienstwagen 137 Gramm CO2 pro Kilometer, erklärte Diess beim Karrierenetzwerk Linkedin. Das sei deutlich mehr als das Flottenziel der Autos, die der Konzern 2020 in Europa verkaufen wolle. Den Chef verleitete das nun zu einer klaren Ansage: „Das geht nicht! Wir müssen intern vorleben, was wir im Markt erreichen wollen und wie es geht“, so Diess.

Noch bis Ende des Jahres will er den durchschnittlichen Ausstoß der Firmenflotte mithilfe einer raschen Elektrifizierung unter Volkswagens EU-Flottenziel von 97 Gramm CO2 pro Kilometer drücken. VW-Markenchef Ralf Brandstätter erklärte ebenfalls bei Linkedin, bis Ende des Jahres würden 35 Prozent der Flotte aus Hybriden oder reinen E-Autos bestehen.

Wer nicht mitzieht, zahlt

Doch damit nicht genug: Um die Bilanz weiter zu verbessern, will Volkswagen die verbleibenden Emissionen durch Klimaschutzprojekte kompensieren. Damit das gelingt, bittet der Konzern künftig Führungskräfte, die einen Verbrenner- oder Hybrid-Dienstwagen nutzen mit einem nicht näher benannten Betrag zur Kasse.

Das Thema sei bei VW „eine schwere Geburt“, gab Diess unumwunden zu. Aber: „Unsere Mitarbeiter dürfen von uns Führungskräften erwarten, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen“, so das Machtwort des Chefs.

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