Toyota Der Techno-Cruiser

Redakteur: Wilhelm Mißler

Toyota hat seinen Allrad-Klassiker außen leicht modifiziert und ihn durch weiter verfeinerte Technik auch für Hobby-Offroader noch geländegängiger gemacht.

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Der erstmals 1951 präsentierte Land Cruiser hat unter Allrad-Experten schon immer einen guten Ruf genossen. Die jüngste Modellgeneration wird ihn weiter festigen. Am Fahrzeuggrundkonzept musste sich dafür nichts ändern: Wie bisher bildet ein verwindungssteifer und hochfester Leiterrahmen das Rückgrat des Land Cruiser. Denn Toyota ist noch immer überzeugt davon, dass eine Rahmenkonstruktion mit aufgesetzter Karosserie für Geländefahrzeuge die richtige Lösung ist, wenn es darum geht, auch schwierigste Offroad-Einsätze zu meistern.

Starker Antrieb

Der Land Cruiser wird mit Vier- oder Achtzylinder-Dieselmotor angeboten: Als D-4D mit 127 kW (173 PS) aus 3 l Hubraum, der ein maximales Drehmoment von 410 Nm bereit stellt, das zwischen 1.600 und 2.800/min anliegt. Die Kraftübertragung erfolgt wahlweise über ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder einen 5-Stufen-Automaten. Der Achtzylinder leistet 210 kW (286 PS) und wuchtet zwischen 1.600 und 2.800/min ein Drehmoment von bis zu 650 Nm auf die Kurbelwelle.

Das Automatikgetriebe des 4,5-Liter-Common-Rail-Diesel verfügt über einen sequenziellen Schaltmodus, so dass neben dem vollautomatischen Wechsel der Fahrstufen auch die manuelle Gangwahl durch den Fahrer möglich ist. Im Automatik-Modus arbeitet das Getriebe mit der elektronischen Schaltsteuerung AI (Artificial Intelligence), die sowohl die Fahrbahnbeschaffenheit als auch die Fahrweise des Fahrers berücksichtigt, um das Schaltmuster den jeweiligen Bedingungen optimal anzupassen. Dabei nutzt das Getriebe auch die Bremswirkung des Motors.

Permanenter Allradantrieb 4WD

Der Land Cruiser wartet mit einem permanenten Allradantrieb auf. Dabei wird die Antriebskraft bei normaler Fahrt zu 40 Prozent auf die Vorder- und zu 60 Prozent auf die Hinterräder übertragen. Für den Einsatz im schwerem Gelände lässt sich eine Geländeuntersetzung von 2,618 : 1 zuschalten. Sie wird über einen Planetensatz im Verteilergetriebe realisiert. Ein Synchronmechanismus sorgt für einen weichen Wechsel zwischen Standard- und Geländeuntersetzung. Die Kraftübertragung zu den Vorder- und Hinterachs-Differenzialen übernehmen Kardanwellen mit zwei Kreuzgelenken.

Verteilergetriebe mit Torsen® Differenzial

Herzstück des Verteilergetriebes ist ein Torsen® Differenzial mit begrenztem Schlupf, das sowohl die Fahrstabilität als auch den Komfort bei Kurvenfahrt erhöht. Je nach Fahrsituation kann die Antriebskraftverteilung zwischen 40:60 bei Geradeausfahrt auf trockener Straße und 30:70 im Gelände variieren. Für Geländefahrten kann das Zentraldifferenzial manuell zu 100 Prozent gesperrt werden, um eine konstante Antriebskraftverteilung von 50:50 zu erzielen.

Die Aktivierung der Geländereduktion (H4 zu L4) erfolgt denkbar über einen Drehschalter. Mit einem zweiten Schalter wird das Zentraldifferenzial gesperrt. In Verbindung mit der aktiven Antriebsschlupfregelung A-TRC (Active Traction Control) erreicht der Land Cruiser V8 schließlich ein Traktionsniveau, wie es ansonsten nur mit manuellen Achsdifferenzialsperren realisierbar wäre, allerdings ohne unerwünschte Lenkeffekte oder Verspannungen.

Dynamische Fahrwerkskontrolle KDSS

Das Fahrwerk des Toyota Land verfügt optional über eine Regeltechnologie, die Fahrdynamik, Komfort und Wankverhalten optimiert und dabei ohne externe Energiequelle auskommt. Dieses System mit dem Kürzel KDSS (Kinetic Dynamic Suspension System) stellt für Toyota eine wichtige, zukunftsträchtige Technologie dar.

Die Stabilisatoren kommen ihrer zugewiesenen Arbeit nach, solange kein Hub im Steuerzylinder entsteht. Tritt dieser z.B. bei Geländefahrten auf, so wird die Wirksamkeit der Stabilisatoren verringert, und die Radaufhängung kann ungehindert arbeiten.

Aktive Niveauregulierung

Im Land Cruiser mit Tec-Edition-Paket steuern AHC (Active Height Control) und AVS (Adaptive Variable Suspension) erstmals die komplette Radaufhängung. Sowohl die Feder- als auch die Dämpfungsrate können variiert werden. Das System verhilft dem Fahrzeug nicht nur zu hoher Geländetauglichkeit, sondern auch zu einem ausgezeichneten Fahrkomfort auf der Straße gepaart mit hoher Nick- und Wankstabilität. Beide werden manuell über Tasten auf der Mittelkonsole gesteuert.

Um die Nick- und Wankneigung der Karosserie bei Hochgeschwindigkeitsmanövern zu reduzieren, erfolgt automatisch eine härtere Federungsabstimmung, während unter Normalbedingungen eine weichere Abstimmung den Fahrkomfort erhöht. Zudem kann die Fahrzeughöhe in fünf Stufen – von niedrig bis extra hoch – angehoben beziehungsweise abgesenkt werden. Drei dieser Niveaus sind vom Fahrer innerhalb definierter Geschwindigkeitsbereiche vorwählbar. Der Vorderwagen lässt sich insgesamt um 110 Millimeter anheben oder absenken, am Heck beträgt die Differenz 100 Millimeter.

Aktive Lenkunterstützung VGRS

Der Land Cruiser V8 „Executive“ ist mit der aktiven Lenkunterstützung VGRS (Variable Gear Ratio System) ausgerüstet, die onroad wie offroad den Fahrspaß erhöhen soll. Die Zahnstangenlenkung sorgt bei hohem Tempo für maximalen Geradeauslauf und gewährleistet bei geringen Geschwindigkeiten eine ausgezeichnete Manövrierbarkeit. In Richtung der Endanschläge ist die Lenkübersetzung sehr groß, so dass in engen Kehren oder bei Wendemanövern weniger Lenkarbeit erforderlich ist. Um die Mittellage hingegen sorgt eine kleinere Übersetzung für eine präzisere Umsetzung der Lenkbefehle, was besonders bei höheren Geschwindigkeiten von Vorteil ist.

Elektronische Helfer

Mit dem Multi-Terrain-ABS stellt Toyota ein System vor, dessen Regelstrategie automatisch den unterschiedlichen Fahrbahnbeschaffenheiten angepasst wird. Der Bordcomputer verarbeitet zahlreiche Informationen wie Antriebsleistung, Beschleunigungsrate und Raddrehzahlen, um den jeweiligen Untergrund – etwa Schnee, Erde oder Sand – zu ermitteln. Alsdann steuert das System den ABS-Eingriff mit dem jeweils optimalen Radschlupf. Im Ergebnis generiert das Multi-Terrain-ABS auf jedem Untergrund die optimale Bremskraft und sorgt damit für eine maximale und sichere Verzögerung.

Mit der Berganfahrkontrolle HAC lässt sich der Land Cruiser selbst an steilen, rutschigen Hängen leicht anfahren. Sobald der Fahrer den Fuß vom Bremspedal hebt, greift HAC automatisch über die Bremsanlage ein, um ein Zurückrollen des Fahrzeugs zu verhindern.

Crawl Control

In der Tec-Edition kommt außerdem das geländeabhängige Geschwindigkeitsregelsystem „Crawl Control“ zum Einsatz. Die Geschwindigkeitsregelung realisiert im abschüssigen Gelände und bei steilen Anstiegen eine konstante Fahrt in Schritttempo. Sollte das Fahrzeug einmal im Schlamm stecken bleiben, hilft das System beim wieder Freifahren. Schwierige Geländepassagen, die selbst routinierte Offroad-Piloten vor eine Herausforderung stellen würden, lassen sich mit dieser einfach zu bedienenden Funktion auch von ungeübten Fahrern meistern.

„Crawl Control“ wird mittels Wahlhebel auf der Mittelkonsole aktiviert. Während einer Geländefahrt auf kritischen Untergründen wie Fels oder Sand steuert das System automatisch die Motorleistung sowie den Bremsdruck. Die sonst notwendige, feindosierte Pedalbetätigung durch den Fahrer entfällt. Dieser kann sich voll auf die Lenkarbeit und das vor ihm liegende Gelände konzentrieren.

Dank des sanften Eingriffs verhindert dieser Offroad-Assistent zudem ein unkontrolliertes Durchdrehen oder Blockieren der Räder. Selbst im schwierigen Gelände werden unbeabsichtigte Fahrzeugbewegungen damit verhindert, und die Gefahr von Aufsetzen oder von Kollisionen mit Hindernissen wird vermindert. Das Assistent arbeitet auch beim Rückwärtsfahren, so dass Rangieren im Terrain deutlich einfacher wird.

Das Fahrzeugstabilitätsprogramm VSC (Vehicle Stability Control) lässt sich manuell abschalten. Die Deaktivierung bietet sich an, wenn der Fahrer eine kritische Passage, etwa auf Matsch oder frischem Schnee, mit viel Radschlupf bewältigen will.

Die aktive Antriebsschlupfregelung A-TRC (Active Traction Control), operiert ohne Differenzialsperre. Das System greift weniger über die Motorleistung als verstärkt über die Bremsanlage ein.

Die neue Modellgeneration ist seit 21. November im Handel. Die bislang eingegangenen Bestellungen zeigen, dass sich für die Basisversion „Land Cruiser“ nur 15 Prozent der Käufer entscheiden. 20 Prozent entfallen auf die Version „Land Cruiser Life“. Die „Executive“-Variante vereinnahmt 36 Prozent der Bestellungen, und 29 Prozent der Kunden ordern die „Tec-Edition“.

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