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Dieser Beitrag ist im Rahmen des Themenspecials "100 Jahre Preh" erschienen.

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100 Jahre Preh

Die 70er Jahre: Durchbruch mit Unterhaltungselektronik

| Redakteur: Thomas Günnel

In den 1960er und 1970er Jahren wird Preh 50 Jahre – dennoch sind es schwierige Zeiten. Der Aufwärtstrend beginnt im heimischen Wohnzimmer: mit dem Fernseher.

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In den 60er und 70er Jahren stieg Preh in die Unterhaltungselektronik ein, zum Beispiel mit Tastaturen.
In den 60er und 70er Jahren stieg Preh in die Unterhaltungselektronik ein, zum Beispiel mit Tastaturen.
(Bild: Preh)

Es ist das Jahr 1969, Preh feiert seinen 50. Geburtstag und hat gute wie schlechte Zeiten hinter sich. Die Jahre vor dem Jubiläum stehen unter keinem guten Stern. Der Boom des Wirtschaftswunders kühlt sich in Westdeutschland ab. Das spürt auch Preh, als 1966/67 der Umsatz um knapp 19 Prozent sinkt. Der Abschwung ist nur von kurzer Dauer. Die Bilanz 1969 verzeichnet einen Rekordumsatz von 92 Millionen DM (ca. 47 Millionen Euro) – und Preh etabliert sich als erfolgreicher Elektrobauteil-Zulieferer für Funk und Fernsehen.

Die Währungsreform bringt im Juni 1948 die Wende zum Wirtschaftsaufschwung, der als „Wirtschaftswunder“ in die Geschichtsbücher eingeht. Das Preh-Produktprogramm setzt damals unter anderem noch auf Puppen aus Polystyrol, eine Spielzeug-Autobahn oder das „Quick“ Geschicklichkeitsspiel und im Angebot ist sogar ein „sprechender Bahnhof für Modelleisenbahnen“.

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Den wirtschaftlichen Durchbruch erzielt Preh aber als das Fernsehen in die Wohnzimmer einzieht. „An“/ „aus“, „laut“/„leise“, ARD oder ZDF – kein Fernseher kommt ohne elektrische Steuerungsteile wie Schalter, Tasten, Regler oder Widerstände aus.

Fernsehen als Kerngeschäft

Wie zuvor das Radio wird das Fernsehen ab Mitte der 1950er-Jahre zum neuen Preh-Kerngeschäft. Die große Zeit der Lautstärkeregler aus der „Preostat“- Familie bricht an. Später folgen die „Preomaten“, mit denen man die Sender auswählt und speichert. Eigentlich klar, dass sich Preh auch in den Produktnamen verewigt.

Das Fernsehen wird zum zweiten Standbein für Preh, kurz darauf auch das Tonbandgerät. Preh wächst und wächst und wächst. Rund 3.900 Mitarbeiter sind es schließlich im Jubiläumsjahr 1969, verteilt auf sechs Standorte in Deutschland. Und über deutsche Grenzen hinweg: Auch das älteste noch heute zur Preh-Gruppe gehörende Auslandswerk entsteht in dieser Zeit im portugiesischen Trofa, gut dreieinhalb Autostunden von Lissabon entfernt.

Elektronik bleibt Kerngeschäft

Seinem Pfad als Elektro-Zulieferer bleibt Preh treu: mit innovativen Tastaturen wie dem Preh Commander, Keyboards für Kassen in Supermärkten und Banken, Fernbedienungen für Fernseher, Betten oder Licht sowie Steuergeräten für Heizungen, Fitnessgeräte und die „weiße Ware“ in der heimischen Waschküche. Ein Maschinenbau-Meister, der damals in der Fertigung in Bad Neustadt dabei war, berichtet: „Man kannte in den 1960er- und 1970er-Jahren bei Preh nur einen Weg – den nach oben!“

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