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Entwicklungsdienstleister

„Die EDL-Branche ist wichtig für die Wertschöpfung“

| Redakteur: Christian Otto

Jonas Lünendonk, geschäftsführender Gesellschafter des Marktinformationsspezialisten Lünendonk & Hossenfelder, spricht über die Neubelebung der Entwicklungsdienstleister-Liste und die Parallelen zwischen EDL- und IT-Dienstleistermarkt.

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Engineering-Dienstleister sind entscheidende Partner für die OEMs und Zulieferer. Ein Beispiel ist die Weiterentwicklung der Elektromobilität und das Abtesten von E-Antrieben auf Prüffeldern.
Engineering-Dienstleister sind entscheidende Partner für die OEMs und Zulieferer. Ein Beispiel ist die Weiterentwicklung der Elektromobilität und das Abtesten von E-Antrieben auf Prüffeldern.
(Bild: ASAP)

Herr Lünendonk, die EDL-Branche driftet weiter auseinander. Gibt es nur noch Größe oder Nische?

Der Betriebswirt Jonas Lünendonk ist seit Januar 2014 Geschäftsführender Gesellschafter bei Lünendonk & Hossenfelder.
Der Betriebswirt Jonas Lünendonk ist seit Januar 2014 Geschäftsführender Gesellschafter bei Lünendonk & Hossenfelder.
(Bild: Lünendonk & Hossenfelder)

Die Entwicklung ist jedenfalls da: Entweder kommen Sie über die Größe und folglich mit einem breiten Portfolio und den entsprechenden Kosteneffekten. Das resultiert womöglich auch aus Nearshore- oder Offshore-Kapazitäten. Da können Sie dann sehr wettbewerbsfähig anbieten. Oder Sie haben eine so tolle Innovation, dass der Einkauf des OEMs oder Tier-1-Suppliers nicht an Ihnen vorbeikommt.

Stichwort Offshore: Wird künftig mehr Entwicklungsleistung ins Ausland ausgelagert?

Ja. Hinzu kommt, dass durch den Trend in Richtung Software und Connectivity immer stärker auch IT-Kompetenz gefragt ist. Vergleicht man das mit dem IT-Dienstleistungsbereich, kann man schon länger beobachten, dass die Unternehmen Nearshore- und Offshore-Kapazitäten nutzen. So können sie Mischkalkulationen anbieten, um entsprechende Preiseffekte zu erzielen. Diese Verlagerung in andere Länder resultiert natürlich auch daraus, dass Sie am hiesigen Markt nicht die Leute in der nötigen Menge finden.

Wie wird sich der Markt konsolidieren? Eher durch M&A-Transaktionen oder Kooperationen?

Hat ein EDL Spezialwissen und gute Fachkräfte, ist es für einen großen Dienstleister immer interessant, sich selektiv mit ihm zu verstärken. Die großen Käufer haben auch starke Strukturen, um einen Zukauf zu integrieren. Die kleineren Firmen wiederum sind finanziell limitiert und deshalb eher auf Kooperationen angewiesen. Und natürlich gibt es Unternehmen, die in einer Nische über Spezialwissen verfügen, sodass sie sich nicht übernehmen lassen müssen.

Die EDL müssen das für sie zunehmend spannende Thema IT-Kompetenz auch personell abbilden. Haben sie da am Markt eine Chance?

Sie treffen auf andere Wettbewerber um die Talente am Markt: große Technologieunternehmen, OEMs und IT-Dienstleister. Es gibt also eine hohe Nachfrage nach Fachkräften am Markt, deren Preise aufgrund des Mangels mit Sicherheit steigen werden. Und das müssen die Dienstleister natürlich auch weitergeben können.

Warum belebt Lünendonk die EDL-Liste neu?

Wir beobachten zahlreiche B2B-Dienstleistungsmärkte. Die EDL-Branche ist extrem wichtig in der Wertschöpfung, geht aber in der Wahrnehmung unter. Spannend ist die aufkommende Konvergenz zwischen IT auf der einen und Engineering auf der anderen Seite. Wir wollen die Anbieter als potenzielle Partner sichtbarer am Markt positionieren. Und natürlich wollen wir die Trends und Entwicklungen am Markt aufzeigen.

Lünendonk fährt viele Studien zu IT-Dienstleistern. Haben die den EDL etwas voraus?

Die IT-Dienstleister verstehen es sehr gut, ihre Beratungs- und Guide-Kompetenz anzubieten. Das kann auch für die EDL spannend sein – wenn es auch nicht so einfach ist, das aufzubauen.

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