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Abgasreinigung Diesel-Affäre erreicht Volvo

| Redakteur: Maximiliane Reichhardt

Die Deutsche Umwelthilfe hat eine temperaturgesteuerte Abschalteinrichtung bei Volvo aufgedeckt: Bei für das Winterhalbjahr typischen Außentemperaturen überschreite das getestete Fahrzeug den NOx-Grenzwert fast um das Zwölffache.

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Auch Volvo ist laut der Deutschen Umwelthilfe vom Dieselskandal betroffen.
Auch Volvo ist laut der Deutschen Umwelthilfe vom Dieselskandal betroffen.
(Foto: Stefan Rede)

Die Deutsche Umwelthilfe hat die Abgase eines Euro-5-Diesels Volvo XC60 2.0 D3 im realen Betrieb untersucht. Dabei habe sie eine temperaturgesteuerte, nach ihrer Ansicht illegale Abschalteinrichtung festgestellt. Das gemessene Fahrzeug habe den Grenzwert für Stickstoffdioxid um das bis zu 11,9-Fache überschritten. Volvo bestätigte die Einrichtung, sie basiere auf einem im Außenspiegel verbauten Temperaturfühler.

Die ersten Messungen an dem Fahrzeug erfolgten bei Außentemperaturen zwischen 9 und 22 Grad Celsius. Bereits in diesem Temperaturbereich habe das Fahrzeug durchschnittlich 736 Milligramm Stickoxide (NOx) pro Kilometer emittiert. Damit überschritt es den geltenden Grenzwert um das 4,1-Fache.

Teilweiser Ausfall des Systems bei niedrigen Temperaturen

Laut DUH wurden dem Auto anschließend mit einem Eisbeutel, der über einem Außenspiegel platziert wurde, niedrigere Außentemperaturen von -4 bis +6 Grad Celsius vorgetäuscht. Dadurch habe die Abgasreinigung nicht mehr gewirkt und sei zwischenzeitlich sogar ganz ausgefallen. Entsprechend hohe NOx-Werte ließen sich feststellen.

Die DUH fordert nun: „Fahrzeuge wie diese müssen stillgelegt oder auf Kosten von Volvo mit einem SCR-Katalysator nachgerüstet werden. Diese Hardware-Nachrüstung ist vom KBA genehmigt und verfügbar. Ähnliche Betrügereien bei winterlichen Temperaturen sehen wir bei VW, Daimler, Audi, Porsche und BMW.“ Das Kraftfahrtbundesamt weigere sich aber, für die circa zehn Millionen betroffenen Diesel der Abgasstufen Euro 5 und 6 Hardware-Nachrüstungen anzuordnen und die Kosten dafür den Fahrzeugherstellern aufzuerlegen.

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