Fahrbericht Digital Detox im Dacia Sandero Stepway

Autor: Sven Prawitz

Der Dacia Sandero Stepway überzeugt mit seinem Purismus. Er ist vor allem ein Auto; und nicht mehr.

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Der Dacia Sandero Stepway im Test.
Der Dacia Sandero Stepway im Test.
(Bild: Sven Prawitz/Automobil Industrie)

Als Autojournalist darf man Luxuskarossen wie die S-Klasse oder den Audi A6 fahren. Die vielen Technik-Gimmicks und Details können begeistern und lassen das Techniker-Herz aufleben. Aber kaufen kann sich solche Autos kaum jemand. Dafür muss das Fahrzeug oft deutlich spartanischer ausgestattet sein. Im Vergleich zu den genannten Autos bildet Dacia mit seinen Modellen das andere Ende auf der Ausstattungsskala.

Außen sieht man es dem Sandero nicht an aber innen fühlt es sich nach den 2000er Jahren an. Es gibt nichts, was über die eigentliche Aufgabe eines Autos – von A nach B fahren – hinaus geht, nichts, was während der Fahrt ablenken könnte. Und das ist gut so.

Handarbeit ist gefragt

Die Innenraumtemperatur wird zum Beispiel klassisch über drei Drehregler reguliert. Die Feststellbremse ist noch eine Handbremse. Einzig der Acht-Zoll-Touchscreen und das teilweise digitale Kombiinstrument sind neuzeitlich. Das hat alles seine Gründe, schließlich hat sich die Marke im niedrigsten Preissegment angesiedelt.

Den Dacia Sandero Stepway gibt es für 11.390 Euro (Ausstattung Essential). Unser Testwagen hatte als Sonderausstattung noch ein einfaches Multimediasystem, eine manuelle Klimaanlage, ein Ersatzrad und Metallic-Lack. Unterm Strich stehen dann 13.090 Euro.

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Motor braucht Drehzahl

Unter der schicken Haube sitzt ein Ein-Liter-Ottomotor mit drei Zylindern. Das Aggregat leistet maximal 67 kW und hat ein maximales Drehmoment von 160 Nm. Dieses liegt ab einer Umdrehung von 2.100 pro Minute an. Und diese Drehzahl braucht der Motor auch, darunter geht nichts.

Der Kofferraum bietet viel Platz: Bei umgelegter Sitzbank passt locker ein großes Mountainbike rein, wenn auch ohne das Vorderrad. Laut Datenblatt hat der Gepäckraum ein Volumen von bis zu gut 1.100 Liter. Die Dachträger lassen sich zusätzlich mit 80 Kilogramm beladen.

Für Puristen

Das Auto ist gut verarbeitet und macht hinsichtlich Qualität einen hochwertigen Eindruck. Potenziellen Eigentümern sollte aber bewusst sein, das Dacia an nahezu allen Komponenten versucht die Kosten niedrig zu halten. Das geht oft zu Lasten der Optik und des Komforts. So muss der Tankdeckel mit dem Autoschlüssel entriegelt werden. Die Türgriffe sind nicht lackiert; in den Sonnenblenden fehlen die Kosmetikspiegel.

Wer sich mit diesem Purismus arrangieren kann oder genau diesen sucht wird mit dem Sandero seine Freude haben. Denn das kleine SUV ist optisch gefällig und es macht, was ein Auto machen soll: Von A nach B fahren.

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Über den Autor

 Sven Prawitz

Sven Prawitz

Fachredakteur, »Automobil Industrie« und Next Mobility