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Neue Rolle als Lösungsanbieter
Um sich für die anstehenden Veränderungen zu rüsten, müssen Hersteller sich laut Oliver Wyman entscheiden, welche Rolle sie im Logistik-Markt zukünftig spielen wollen: Lösungsanbieter oder „Hardware-Zulieferer“.
Lösungsanbieter differenzieren sich durch weitergehende, integrierte Dienstleistungen. Hersteller, die diesen Weg einschlagen wollen, müssen neue Geschäftsmodelle erarbeiten und ihre Kompetenzen erweitern beziehungsweise neu aufbauen. Dazu ist es elementar zu definieren, wo sie ihren Kunden in der Logistik-Wertschöpfungskette durch innovative Lösungen einen Mehrwert bieten, ohne in direkten Wettbewerb mit ihnen zu treten. Zudem gilt es, digitale Fähigkeiten aufzubauen und die Organisation auf Geschwindigkeit zu trimmen. Kelp erklärt: „Gerade die digitalen Wettbewerber agieren viel schneller als ein klassischer Hersteller. Die Hersteller müssen Gas geben und ihre Organisation auf schnellere Veränderungszyklen ausrichten – und sie fit machen für Kooperationen und Partnerschaften.“

Rolle als Hardware-Zulieferer ist kostengetrieben
Als reine Hardware-Zulieferer liefern Hersteller den Lkw in eine integrierte Lösung eines Drittanbieters. Entscheiden Hersteller sich für diese Positionierung, bewegen sie sich auf einem extrem wettbewerbsintensiven Terrain mit enormem Kostendruck. Durch die zunehmende Kommoditisierung des Fahrzeugs werden TCO und Verfügbarkeit die entscheidenden Differenzierungsmerkmale. Um die TCO zu verbessern, müssen Hersteller fokussiert in die Senkung der Fahrzeug-Betriebskosten investieren. Zudem wird operative Exzellenz beim Hersteller selbst noch bedeutender als heute – gerade für Unternehmen, die die Rolle des Hardware-Spezialisten anstreben.
Automatisiertes Fahren hilft der Transportbranche
Doch laut der Experten, müssen sich nicht nur die Lkw-Hersteller mit autonomen und vernetzten Lkw auseinandersetzen, sondern auch ihre Kunden, die Spediteure. Durch autonome Lkw wird der Straßentransport kosteneffizienter und damit wettbewerbsfähiger. Teilautonome Trucks mit Assistenzsystemen können dazu beitragen, den Fahrermangel zu kompensieren und die Zeit der Fahrer effizient zu nutzen. Ältere Fahrer können länger eingesetzt werden, unterwegs können Kraftfahrer beispielsweise administrative Aufgaben erledigen.
Laut Joris D’Incà, Logistik-Experte bei Oliver Wyman, wird allerdings erst das vollautonome Fahren einen echten Quantensprung für Spediteure bedeuten. D’Incà: „Neben Kosteneinsparungen durch bessere Auslastung birgt das vollautonome Fahren weitere Vorteile: Es gibt weniger Unfälle und die Kapazität der Autobahnen wird gesteigert, da Lkw mit geringerem Abstand fahren können.“
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