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Wirtschaft Elring Klinger und Plastic Omnium verbünden sich bei der Brennstoffzelle

Autor: Svenja Gelowicz

Die beiden Autozulieferer rechnen fest mit einem großen Markt für Brennstoffzellenfahrzeuge. Ein Joint Venture zwischen Elring Klinger und Plastic Omnium will sich ein ordentliches Stück vom Kuchen sichern.

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Elring Klinger entwickelt und fertig Komponenten für die Brennstoffzelle. Für die Technik verbündet sich das Unternehmen nun mit einem weiteren Zulieferer.
Elring Klinger entwickelt und fertig Komponenten für die Brennstoffzelle. Für die Technik verbündet sich das Unternehmen nun mit einem weiteren Zulieferer.
(Bild: Elring Klinger)

Elring Klinger und der französische Automobilzulieferer Plastic Omnium haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Laut einer Mitteilung soll das Joint Venture „EKPO Fuel Cell Technologies“ heißen und Brennstoffzellenstacks entwickeln, die es dann in Großserie fertigen will. Der Zulieferer aus Dettingen an der Erms hält dabei mit 60 Prozent die Mehrheit, 40 Prozent des Unternehmens gehören Plastic Omnium.

Das Gemeinschaftsunternehmen will vorerst bis zu 10.000 Stacks jährlich produzieren. Die Vereinbarung haben die Partner am Donnerstag (28. Oktober) unterzeichnet, noch im ersten Quartal 2021 sollen die Wettbewerbshüter ihre Zustimmung geben. Die Zentrale von EKPO wird in Dettingen sein.

Ambitionierte Ziele im Brennstoffzellen-Markt

Die Unternehmen rechnen damit, dass der Markt im Bereich Brennstoffzellenfahrzeuge im Jahr 2030 stark subventioniert sein wird und jährlich zwei bis drei Millionen Fahrzeuge gefertigt werden. Das neue Joint Venture will dabei einen Marktanteil von zehn bis 15 Prozent gewinnen und nennt als Umsatzziel einen Korridor von 700 Millionen bis einer Milliarde Euro.

Für Elring-Klinger-CEO Stefan Wolf ist das eine eher konservative Annahme: „Wir sehen höheres Potenzial, perspektivisch halten wir auch 30 bis 40 Prozent Marktanteil für möglich.“ EKPO habe vom Start weg eine gute Ausgangsposition, um sich entsprechend im Wettbewerb zu positionieren. „Unsere Stacks haben aktuell eine 30 bis 40 Prozent höhere Leistungsdichte als die der Wettbewerber, damit sind es wahrscheinlich die besten weltweit“, sagt Wolf selbstbewusst.

Erste Kunden für das Gemeinschaftsunternehmen kommen aus dem Nutzfahrzeugsegment. „Vielversprechende Märkte sind vor allem Nutzfahrzeuge und später Pkws, aber auch Luftfahrt und Züge“, so Laurent Favre, CEO Plastic Omnium.

Elring Klinger bringt gesamte Vermögensgegenstände ein

Elring Klinger bringt dabei nach eigenen Angaben seine „gesamten Vermögensgegenstände hinsichtlich Brennstoffzellenstacks“ ein, in denen 20 Jahre Entwicklungsarbeit steckten. Im Detail seien das über 150 Beschäftigte sowie alle Patente und das bestehende Geschäft mit Brennstoffzellenkomponenten. Von Plastic Omnium kommt das Know-how rund um Hochdruckspeicher und die Gesamtintegration der Brennstoffzellensysteme.

Der französische Kunststoffspezialist stecke 100 Millionen Euro in das neue Bündnis. Außerdem bringe er Kunden, sein Standortnetz und Know-how bei Wasserstoffspeicherung- und Systemen bei der Entwicklung mit ein.

Die beiden Partner haben außerdem vereinbart, dass Plastic Omnium die auf Brennstoffzellensysteme spezialisierte österreichische Elring-Klinger-Tochter „Elring Klinger Fuelcell Systems Austria GmbH“ für 15 Millionen Euro erwirbt.

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 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Redakteurin Wirtschaft und Mobilität