Halbleitermangel Erneut Kurzarbeit bei Audi und VW

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Die Fabriken in Ingolstadt, Neckarsulm und Wolfsburg können nach der Sommerpause nur eingeschränkt ihre Produktion hochfahren. Die Kurzarbeit könnte auf September ausgeweitet werden.

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Die Produktion kann bei einigen Autoherstellern nach den Werksferien nicht wie gewohnt wieder anlaufen.
Die Produktion kann bei einigen Autoherstellern nach den Werksferien nicht wie gewohnt wieder anlaufen.
(Bild: Volkswagen AG)

Wegen des Mangels an Halbleiter-Bauteilen soll die Produktion bei Audi und Volkswagen nach der Sommerpause nur eingeschränkt anlaufen. Bei VW ist das Stammwerk in Wolfsburg betroffen: Wie ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag (19. August) mitteilte, soll auf allen Fertigungslinien nur in einer Schicht produziert werden. Es werde Kurzarbeit beantragt. Wie viele Beschäftigte davon betroffen seien, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Infolge von Lieferengpässen musste das Unternehmen das Produktionsprogramm schon mehrmals anpassen.

Audi: 10.000 in Kurzarbeit

Bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm müssen rund 10.000 Beschäftigte ihren Sommerurlaub verlängern und in Kurzarbeit. Wie ein Unternehmenssprecher am Donnerstag sagte, können mehrere Tausend eingeplante Autos nicht gebaut werden.

Im Stammwerk Ingolstadt stehen alle Bänder bis zum 30. August still: Auf der Linie 1 wegen Umbauarbeiten für den Produktionsstart des vollelektrischen Q6 E-tron, auf den beiden anderen Linien wegen Chipmangels. Hier sind deshalb 6.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. In Neckarsulm steht der größere Teil der Produktion mit etwa 4.000 Mitarbeitern mehrere Tage lang wegen Chipmangels.

Kurzarbeit auch für September gemeldet

Für September hat Audi ebenfalls vorsorglich Kurzarbeit angemeldet, aber zugleich Zusatzschichten an mehreren Wochenenden geplant. Audi hat volle Auftragsbücher, konnte aber wegen fehlender Bauteile schon im ersten Halbjahr etwa 50.000 Autos nicht bauen. Wenn Bauteile geliefert werden, versucht das Unternehmen die Produktion aufzuholen. „Man muss von Woche zu Woche planen. In der Vergangenheit mussten auch schon geplante Zusatzschichten wieder abgesagt werden.“, erklärte der Sprecher.

Weltweite Versorgungsprobleme

Auch anderen Autoherstellern wie Ford und BMW fehlen Mikrochips. BMW könnte nach den Worten von Finanzvorstand Nicolas Peter ohne die Engpässe dieses Jahr wohl 70.000 bis 90.000 Autos mehr verkaufen. „Im Moment sind aber alle Werke weltweit gut versorgt.“, sagte ein BMW-Sprecher am Donnerstag. In Leipzig laufe die Produktion normal, in München und Dingolfing laufe sie nach den Sommerferien am Montag wie geplant wieder an, auch Oxford starte nächste Woche wieder.

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