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Volvo Erste autonome Kolonnenfahrt

| Redakteur: Christian Otto

Der OEM führte mit seinen Projektpartnern einen Praxistest über 200 Kilometern auf spanischen Straßen durch. Die dort angewendete Technik soll mehr Sicherheit und weniger Emissionen bringen.

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Die Kolonnenfahrt im Praxistest. Auf einer Stecke von 200 Kilometern funktionierte das System fehlerfrei.
Die Kolonnenfahrt im Praxistest. Auf einer Stecke von 200 Kilometern funktionierte das System fehlerfrei.
(Volvo)

Erstmals konnte jetzt im Rahmen des SARTRE Projekts (Safe Road Trains for the Environment) ein Kolonnentest im normalen Alltagsverkehr erfolgreich durchgeführt werden. Auf einer öffentlichen Straße in der Nähe von Barcelona folgte die Kolonne, bestehend aus verschiedenen aktuellen Volvo-Modellen und einem Lkw, dem Führungswagen mit Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h. Dies geschah vollkommen autonom – ohne jegliches Eingreifen der jeweiligen Fahrer.

Serienmäßige Technik genutzt

Bei der Kolonnenfahrt sind mehrere Fahrzeuge durch Sensoren untereinander und mit dem Führungswagen verbunden und kommunizieren mit diesem. Dies gelingt mit Hilfe Kameras, Radarsysteme und Lasersensoren, die schon heute in Serienmodellen verwendet werden. Während das Führungsfahrzeug von einem Fahrer gelenkt und bedient wird, fahren die folgenden Fahrzeuge in einem konstanten Abstand vollkommen autonom. Deren Fahrer können so problemlos ein Buch lesen, am Laptop arbeiten, eine SMS schreiben oder sich ausruhen. Sobald sich ein Fahrzeug seinem individuellen Ziel nähert, soll der jeweilige Fahrer wieder das Steuer übernehmen. Er schert aus der Kolonne aus und die anderen Kolonnenfahrzeuge rücken automatisch auf.

Linda Wahlström, Volvo Projektmanagerin, lobte den Praxistest: „Wir haben an einem Tag rund 200 Kilometer zurückgelegt und sind mit dem Ergebnis hochzufrieden.“ Neben der Volvo Car Corporation beteiligen sich am SARTRE Projekt sechs weitere europäische Unternehmen, darunter Applus+ Idiada, Robotiker und das Institut für Kraftfahrzeuge Aachen (IKA).

Vorteile der autonomen Kolonnenfahrt

Kolonnenfahrten dieser Art auf würden laut Volvo zahlreiche Vorteile bieten: der Verkehrsfluss werde verbessert, Fahrzeiten verkürzt, Unfälle verhindert, der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen gesenkt und gleichzeitig nehme der Fahrkomfort zu.

Projektmanagerin Wahlström geht noch eine wenig mehr ins Detail „Während wir bei den Fahrten auf abgesperrten Teststrecken mit Abständen zwischen fünf und fünfzehn Metern geprobt haben, sind die Fahrzeuge dieses Mal bei einer Geschwindigkeit von 85 km/h in einem konstanten Abstand von sechs Metern zueinander gefahren.“

Nächste Projektphase anvisiert

Seit dem Jahr 2009 läuft das SARTRE Projekt, das von der Europäischen Kommission unterstützt und teilfinanziert wird. In dieser Zeit wurden rund 10.000 Testkilometer zurückgelegt. Nach dem Testlauf auf einer öffentlichen Straße geht es in der nächsten Phase des Projektes darum, den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen genauestens zu analysieren.

„Wir haben in diesen drei Jahren sehr viel gelernt. Die Leute denken, autonomes Fahren in einer Kolonne sei Science-Fiction, doch die technischen Voraussetzungen sind längst geschaffen. Der Kolonnenverkehr wird in der einen oder anderen Form bald Realität sein“, meint Linda Wahlström. Abgesehen von der Software habe Volvo auf serienmäßige Fahrzeuge und Komponenten gesetzt.

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