Internationaler Automarkt Europa mäßig, China auf der Überholspur

Redakteur: Tanja Schmitt

Europa erwacht im ersten Quartal nur langsam aus seiner Corona-Schockstarre. China legt hingegen einen ordentlichen Spurt hin. Das belegen die aktuellen Zahlen des VDA.

Der europäische Automarkt erholt sich nur langsam.
Der europäische Automarkt erholt sich nur langsam.
(Bild: Volkswagen)

Die internationalen Automobilmärkte werden weiterhin von den Auswirkungen der Corona-Pandemie bestimmt. In dem von anhaltenden Lockdowns geprägten Europa erholen sich die Neuzulassungen nur langsam. In den USA entwickelte sich der Light-Vehicle-Absatz dagegen etwas dynamischer. Der chinesische Pkw-Markt konnte im vergangenen Quartal aufgrund des niedrigen Vergleichsniveaus deutlich wachsen. Die Schwellenländer bewegten sich im bisherigen Jahresverlauf in unterschiedliche Richtungen: Während Indien erhebliche Zuwächse verbuchte, sind Russland und Brasilien noch ein gutes Stück von der Wachstumsschwelle entfernt.

Europäischer Automarkt: keine großen Sprünge

Der europäische Pkw-Markt konnte sich im ersten Quartal 2021 gegenüber dem historisch niedrigen Vorjahresquartal kaum verbessern. Die Neuzulassungen stiegen um ein Prozent auf 3,1 Millionen Einheiten. Anhaltende Lockdowns, geschlossene Autohäuser und zum Jahreswechsel ausgelaufene Anreizprogramme sorgen derzeit für Gegenwind.

Die fünf größten Einzelmärkte entwickelten sich in den ersten drei Monaten unterschiedlich. In Italien erhöhte sich der Absatz um knapp ein Drittel (+29 Prozent), in Frankreich um ein Fünftel (+21 Prozent). In Deutschland hingegen wurden sechs Prozent weniger Pkw neu zugelassen. Im vereinigten Königreich (-12 Prozent) und Spanien (-15 Prozent) gaben die Neuzulassungen sogar zweistellig nach.

In den USA stieg das Volumen der Light-Vehicle-Verkäufe – Pkw und leichte Nutzfahrzeuge – im ersten Quartal um elf Prozent auf rund 3,9 Millionen Einheiten. Dabei ging der Absatz im Pkw-Segment um fünf Prozent zurück. Das Light-Truck-Segment legte dagegen um 17 Prozent zu.

China auf der Überholspur, Japan erholt sich

Mit fünf Millionen abgesetzter Neufahrzeuge stiegen die Pkw-Verkäufe in China im ersten Quartal 2021 um 76 Prozent. Das starke Wachstum ist auf das niedrige Vorjahresniveau zurückzuführen. Im Februar und März 2020 galt in China ein strenger Lockdown, das öffentliche Leben und die Wirtschaft kamen größtenteils zum Erliegen. Der Pkw-Markt brach damals um 45 Prozent ein.

Der japanische Pkw-Markt lag in den ersten drei Monaten des Jahres mit 1,2 Millionen Neuzulassungen gut vier Prozent über dem Vorjahresniveau. Japan ging erst spät in den ersten Lockdown, weshalb die Marktentwicklung noch nicht vom niedrigen Vorjahreswert geprägt wird.

Indien stark, Brasilien und Russland schwächeln

In Indien wurden im vergangenen Quartal 848.900 Pkw verkauft. Dies waren gut zwei Drittel (+36 Prozent) mehr als im ersten Quartal 2020. Damit setzt sich der im Sommer 2020 begonnene Wachstumstrend fort. Der indische Markt kann auf drei aufeinanderfolgende Wachstumsquartale zurückblicken. Der brasilianische Light-Vehicle-Markt ging im ersten Quartal um sieben Prozent zurück, auf ein Absatzniveau von 498.500 Neufahrzeugen. Es war bereits der fünfte vierteljährliche Rückgang in Folge und das verkaufsschwächste erste Quartal seit dem Jahr 2017.

Mit 387.300 abgesetzten Neufahrzeugen gingen die Light-Vehicle-Verkäufe in Russland im ersten Quartal um drei Prozent zurück. Der Markt kann damit nicht an den positiven Trend der letzten zwei Quartale des Jahres 2020 anknüpfen.

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