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Wirtschaft Europas Autobranche erwartet 2020 Absatzeinbruch um ein Viertel

Redakteur: Thomas Günnel

Die Automobilhersteller versuchen derzeit, mit Rabattaktionen den Absatz anzuschieben. Dennoch wird es in diesem Jahr einen deutlichen Absatzrückgang geben, prognostiziert der Branchenverband Acea.

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Der Autoabsatz wird in diesem Jahr deutlich einbrechen, prognostiziert der Branchenverband Acea.
Der Autoabsatz wird in diesem Jahr deutlich einbrechen, prognostiziert der Branchenverband Acea.
(Bild: Wilfrid Wulff/BMW)

Europas Autobranche rechnet wegen der Corona-Krise in diesem Jahr mit einem starken Absatzeinbruch. Die Zahl der Neuzulassungen in der EU dürfte 2020 im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Viertel auf rund 9,6 Millionen Pkw sinken, teilte der europäische Branchenverband Acea am Dienstag (23. Juni) in Brüssel mit. Damit würden die Verkaufszahlen auf das niedrigste Niveau seit 2013 zurückfallen.

Zwar dürfte sich die Entwicklung nach dem schweren Einbruch zwischen Mitte März und Mai im Rest des Jahres dem Verband zufolge entspannen, hieß es. Den Rückgang der Neuzulassungen um 41,5 Prozent in den ersten fünf Monaten werde die Branche aber wohl nicht mehr aufholen können.

Der Branchenverband weist auf seiner Webseite in einer interaktiven Karte die konkreten Produktionsausfälle und produktionsfreien Tage aus, die die Corona-Pandemie verursacht hat; außerdem eine Übersicht der Zulassungszahlen seit Jahresbeginn 2020.

Fakten zur europäischen Automobilindustrie

13.8 Millionen Europäer arbeiten in der Automobilindustrie, das sind 6,1 Prozent aller europäischen Jobs.
11,4 Prozent der EU-weiten Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie (rund 3,5 Millionen) befinden sich im Automobilsektor.
Kraftfahrzeuge stehen für 440,4 Milliarden Euro Steuergelder in den wichtigsten europäischen Märkten.
Die Automobilindustrie erzeugt einen Handelsüberschuss von 84,4 Milliarden Euro für die Europäische Union.
Der Umsatz der Automobilindustrie steht für über sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes des EU.
Mit jährlichen Investitionen von 57,4 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung ist der Automobilsektor Europas größter Innovationstreiber; er steht für 28 Prozent der gesamten Ausgaben der EU.

Bereits im Januar, als die Corona-Krise noch nicht abzusehen war, hatte Acea für 2020 zwei Prozent weniger Neuzulassungen vorausgesagt. In dem Verband haben sich die 16 größten europäischen Hersteller von Autos, Lastwagen und Bussen zusammengeschlossen.

Mit Material von dpa.

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