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Takata Europas modernste Crashanlage

| Redakteur: Jens Badstübner

Der Takata-Konzern baut seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten weiter aus. Jüngstes Investment: Europas modernste Crashanlage, die am 22. April in Berling-Wedding eingeweiht wurde.

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Herzstück der über 20 Millionen teuren Versuchstechnik ist die in Europa erste servo-hydraulische Schlittenanlage für eine Crash-Simulation mittels inverser Beschleunigung (Katapult).Diese Katapultanlage bietet eine spezielle Hydraulikfunktion, die Auf- und Abbewegungen der Fahrgastzelle (Nicken bzw. Pitching) während eines Frontalaufpralls simuliert. Dies soll zu besonders aussagekräftigen und realitätsnahen Versuchsergebnissen führen. Bislang gibt es nur zwei vergleichbare Anlagen in Japan und den USA. Zudem will Opel eine weitere Anlage in Rüsselsheim aufbauen.

Angriff auf den Marktführer

„Wir bauen unsere Marktstellung durch die Entwicklung von Innovationen aus, die helfen Menschenleben zu schützen“, erläuterte Takata-Präsident Shige Takada auf der Pressekonferenz zur Einweihung am 22. April. Takata-Petri ist hinter Autoliv der nach eigenen Angaben weltweit zweitgrößte Lieferant für passive Sicherheitstechnik im Fahrzeug.

Keine Entwicklung mehr in Elterlein

Doch wo so viel Sonne, da ist auch Schatten: Denn die Takata Entscheidung, in dieses neue Forschungs- und Entwicklungszentrum in Berlin zu investieren, fiel gegen den Entwicklungsstandort Elterlein in Sachsen. Hier will Takata-Petri die Entwicklung einstellen und stattdessen die Produktion ausweiten. Europachef Dr. Heinrich Binder zufolge seien davon aber keine Arbeitsplätze betroffen. „Im Gegenteil, die anderen Standorte werden vom neuen Entwicklungs-Know-how profitieren“, sagte Binder in Berlin. Neben Berlin (Systementwicklung) unterhält das Unternehmen weitere Entwicklungsstandorte in Ulm (Seitencrash) und Aschaffenburg (Frontalcrash).

Optimale Bedingungen

Zusätzlich zum Schlittentest können in Berlin auch Gesamtfahrzeuge gecrasht werden. Um dabei möglichst wenig Zeit zu verlieren verfügen beide Anlagen über Boxen, in denen die Fahrzeuge und Komponenten für die Versuche vorbereitet werden. In der Schlittenanlage sollen so Versuchszyklen von etwa 20 Minuten möglich sein. Als großen Vorteil gegenüber konventionellen Versuchsanlagen sieht Takata das flexible Zusammenspiel von konzeptioneller Entwicklung und sofortiger praktischer Machbarkeitsprüfung auf hochmodernen Crashanlagen werden. So können die prognostizierten Ergebnisse aus der numerischen Simulation unmittelbar über Schlittenversuche bestätigt und weitgehend abgesichert werden.

Insgesamt sollen etwa 120 Mitarbeiter, die meisten von ihnen Ingenieure und Techniker aus der benachbarten TU Berlin, auf einer Fläche von 6.500 Quadratmetern arbeiten; das gesamte Grundstück hat eine Fläche von 17.000 Quadratmetern.

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