Round-Table-Gespräch

Experten diskutieren das Automatisierte Fahren

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Momentan befinden wir uns noch in einem Stadium, in dem der Fahrer die Systeme überwachen muss. Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Scholz: Es wird mit zunehmender Automatisierung immer längere Zeiträume geben, in denen sich der Fahrer unterstützen lässt oder in denen das Auto eine Zeitlang ohne Zutun des Menschen agieren kann. Je mehr ein Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug abgibt, umso mehr sinken Aufmerksamkeit und Fähigkeit, auf Anforderung durch das Fahrzeug zügig und situationsgerecht ins Verkehrsgeschehen einzugreifen. Die zu lösende Frage ist also: Welcher Grad an Fahrzeugautonomie ist noch mit einem Übergabeszenario zu vereinbaren? Vermutlich kommen wir bald in eine Situation, in der ein großer Schritt hin zum tatsächlich vollautonomen Fahren notwendig ist. Ansonsten bringen wir den Fahrer von seiner aktiven Fahrtätigkeit in eine noch viel anspruchsvollere und auch weniger attraktive Tätigkeit, nämlich die kontinuierliche und konzentrierte Überwachung eines automatisierten Systems.

Baum: Ich denke, die Funktionalitäten werden nach und nach Einzug halten. Technisch werden dann alle Voraussetzungen schon erfüllt sein, sodass wir ab einem gewissen Punkt sagen können: Jetzt darf der Fahrer loslassen.

Schulze: Ein weiterer wichtiger Aspekt beim hochautomatisierten Fahren ist es, zu wissen, was der Fahrer gerade macht. Denn nur dann kann das System zum richtigen Zeitpunkt informieren, dass ein Eingriff notwendig ist. Falls ein Fahrer im Extremfall einschläft, muss dies vom Auto erkannt werden, und das Fahrzeug sicher zum Stillstand gebracht werden.

Senger: Die Technologie fällt nicht vom Himmel. Es ist eine sukzessive Verbesserung. Und es ist wichtig, dass die Systeme vorerst den Fahrer immer wieder zurückholen und nicht vorspielen, sie seien perfekt. Hier wird die Mensch-Maschine-Schnittstelle entscheidend. Der Anwender muss jederzeit wissen: Was macht die Technik? So lernt der Autofahrer: Die Technik hilft mir, aber sie ersetzt mich noch nicht.

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