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Produktion „Factory 56“: Daimlers Werk der Zukunft

Redakteur: Christian Otto

Mit der sogenannten „Factory 56“ will Mercedes-Benz künftig hoch digitalisiert und energieeffizient am Standort Sindelfingen produzieren. Der Grundstein für die Montagehalle ist gelegt, aus der auch neue E-Modelle rollen sollen.

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Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain präsentierte das Konzept zur neuen „Factory 56“.
Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain präsentierte das Konzept zur neuen „Factory 56“.
(Bild: Daimler AG)

Mercedes-Benz hat heute (21. Februar) mit der Grundsteinlegung für eine neue Montagehalle im Mercedes-Benz-Werk Sindelfingen den offiziellen Startschuss für die so genannte „Factory 56“ gegeben. Hinter dem Begriff verbirgt sich laut dem Hersteller die modernste Automobilproduktion der Welt, die Anfang des nächsten Jahrzehnts in Betrieb genommen werden soll. Vor Ort werden dann Pkw und Elektrofahrzeuge der Ober- und Luxusklasse sowie Robo-Taxis produziert. Dazu gehören nach Unternehmensangaben unter anderem die neue Generation der S-Klasse sowie das erste Elektrofahrzeug der Produkt- und Technologiemarke EQ „made in Sindelfingen“.

Das künftige Produktionskonzept der „Factory 56“ umfasst Mensch-Maschinen-Kooperationen und digital unterstützte Prozesse inklusive der Arbeitsorganisation sowie Logistik und Qualitätssicherung. Dabei soll die neue Produktionseinheit durchgängig digitalisiert und mit anderen Fertigungen des globalen Produktionsnetzwerks verbunden sein.

Komplettvernetzung

Als wesentliches Merkmal sehen die Projektverantwortlichen die 360-Grad-Vernetzung über die Wertschöpfungskette hinweg – von Lieferanten, über Entwicklung, Design und Produktion bis zu den Kunden. Beispielsweise sollen künftig die fertig produzierten Fahrzeuge automatisiert vom Band zur Verladestation fahren.

Auch in der Montage der „Factory 56“ stehen Industrie 4.0-Technologien im Mittelpunkt. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) mit Warenkörben sollen automatisiert eine reibungslose Versorgung der Mitarbeiter am Band mit den benötigten Teilen und Komponenten gewährleisten. Zudem wird ein Radio Frequency Identification-Technologie (RFID) integriert. Bauteile und Fahrzeuge lassen sich somit digital verfolgen und miteinander verknüpfen.

In Sindelfingen will Daimler auch Künstliche Intelligenz, Big Data-Analysen und Predictive Maintenance einsetzen. Davon verspricht sich der OEM eine hohe Transparenz und Unterstützung in der Produktionsplanung, Steuerung und schließlich auch der Qualitätssicherung. Durch die Analyse bestehender Produktionsdaten könnten beispielsweise Vorhersagen über mögliche Störungen oder bevorstehende Wartungsarbeiten getroffen werden, noch bevor diese überhaupt entstehen.

Starke CO2-Reduktion

Das neue Produktionskonzept ist auch an die Mitarbeiter gerichtet. Sie arbeiten künftig an ergonomisch optimierten Arbeitsplätzen, unterstützt durch digitale Tools. Eine neue Arbeitsorganisation soll für flexible und moderne Arbeitszeitmodelle sorgen.

Die „Factory 56“ ist zudem durch modulare Gebäudestrukturen gekennzeichnet. Für eine energieeffizient und umweltfreundliche Produktion sorgen der Einsatz erneuerbarer Energien und die Reduktion der CO2-Emissionen, des Wasserverbrauch und des Abfall. So soll auf dem neuen Gebäude eine Photovoltaikanlage für grünen Strom sorgen, was laut Mercedes-Benz jährlich 5.000 MWh Strom sparen könnte. Auch die CO2-Emissionen in der „Factory 56“ möchte man stark senken: Im Vergleich zur heutigen S-Klasse-Produktion in Sindelfingen soll diese 75 Prozent niedriger ausfallen.

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