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Produktion

Fließbandfertigung im Wandel der Zeit

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Autos für breite Bevölkerungsmassen

Der anfänglich stets grün lackierte Opel 4/12 PS „Laubfrosch“ avancierte mit 120.000 verkauften Einheiten zu einem Bestseller unter den frühen europäischen Volks-Wagen, zu denen ab 1925 auch der Fiat 509 zählt. Meistverkauftes Auto Italiens wird der Fiat durch Fließbandfertigung und die erste Finanzierung auf Ratenbasis durch die Fiat-Hausbank. Jetzt ging es Schlag auf Schlag: Herbert Austin mobilisierte England durch den kleinen Seven vom laufenden Band, dann forderte Adolf Hitler auf der IAA 1934 den Bau eines Autos für breite Bevölkerungsmassen.

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Gigantische Produktionsvolumen

Realisiert wurde dieser Volkswagen durch den damals schon als genial gerühmten Konstrukteur Ferdinand Porsche. Verblüfft zeigten sich die anderen deutschen Hersteller über das von Hitler verlangte gigantische Produktionsvolumen für das neue Fahrzeug von bis zu 1,5 Millionen Einheiten pro Jahr. Betrug doch die Jahresproduktion der gesamten deutschen Automobilindustrie Ende der 1930er Jahre nur zwischen 300.000 und 400.000 Einheiten. Hitlers gigantomanische Zahlen spuckten die Wolfsburger Fließbänder zwar nicht aus, aber immerhin wurde 1972 mit dem 15-millionsten Käfer der bis dato gültige Produktionsrekord des Ford T-Modells eingestellt. Noch gewaltiger sind die Volumen des bis heute gefertigten Golf, der im Juni 2013 die 30-Millionen-Marke erreichte. Den absoluten Superlativ setzt jedoch der Toyota Corolla, die bis heute meistverkaufte Fahrzeugreihe der Welt. Rund 40 Millionen Einheiten rollten bislang in 13 Generationen von den Bändern, gefertigt nach dem Prinzip des schon 1936 eingeführten „kai-zen“. Dieses System der kontinuierlichen Verbesserung ermöglichte stetig höhere Qualitätsstandards und Produktivitätssteigerungen. Dazu gehören aber auch konsequent optimierte Handgriffe und Arbeiten am Band und Just-in-Time-Fertigung.

Industrieroboter versus Werker

Der Stress für die Werktätigen am Fließband wird also nicht weniger, dafür aber die Zahl der benötigten Mitarbeiter. Der Industrieroboter machte es möglich. Schon 1980 wurden etwa bei Fiat von 2.700 Schweißpunkten nur noch 20 durch Menschen ausgeführt. Seit 1996 sind immer mehr rechnergesteuerte Fertigungsmaschinen im Einsatz und sogar sogenannte kollaborierende Roboter, die ohne die bislang trennenden Schutzgitter oder Lichtschranken Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten. Allerdings wirken manche Werkshallen bereits menschenleer. Für manchen eine ganz andere Art von Alptraum als sie Aldous Huxley in seiner „Schönen Neuen Welt“ erdachte.

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