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Kunststoff Frimo: Auszeichnung mit JEC Innovation Award

| Redakteur: Jens Scheiner

Als eine der größten Organisationen der Composites Industrie zeichnet die JEC Group im Rahmen des Innovation Award Programms Firmen für innovative Projekte aus. Frimo erhielt den JEC Innovation Award nach 2010 zum zweiten Mal.

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Bei dem Projekt Street Shark hat Frimo die Motorhaube und das Dachmodul eines modifizierten BMW Z4 mit einer Haihaut-Oberfläche versehen.
Bei dem Projekt Street Shark hat Frimo die Motorhaube und das Dachmodul eines modifizierten BMW Z4 mit einer Haihaut-Oberfläche versehen.
(Bild: Frimo)

Im Bereich Automotive überzeugte das Unternehmen mit dem Technologie-Demonstrator Street Shark die JEC Jury. Vorgestellt wurde dieses Kooperationsprojekt erstmals im Oktober 2013 im Rahmen der Composites Europe. Bereits mehr als ein Jahr zuvor hatte Frimo die Weichen für dieses Projekt gestellt.

Laut Unternehmensangaben ist der Street Shark 1.0 ist ein modifizierter BMW Z4 mit Motorhaube und Dachmodul, die als Sandwich-Bauteile ausgeführt und mit einer Haihaut-Oberfläche versehen sind. Die gewichtsoptimierte Sandwichbauweise wurde mit der Firma 3D|Core umgesetzt, einem Kooperationspartner, der sich auch mit dem Bootsbau beschäftigt. 3D|CORE ist ein Struktur-Verstärkender-Schaumkern (SVS) mit einer Wabenstruktur, die sich dreidimensional drapieren lässt. Nach Befüllen der Zwischenräume mit Harz erzielt man signifikante Steigerungen der technischen Eigenschaften. Als Harz wurde in diesem Fall ein Vitrox Material der Firma Huntsman eingesetzt, ein weiterentwickeltes PUR-Matrixsystem, welches aufgrund seiner chemischen Eigenschaften völlig neue Möglichkeiten und damit einen großserientauglichen RTM-Prozess erlaubt. Selbst bionische Oberflächen sind mit diesem Prozess darstellbar. Für die Haihaut-Oberfläche wurde von Eschmann-Textures, einem weiteren Partner in diesem Projekt, ein Werkzeug mit einer Oberflächen-Geometrie versehen, die von einem echten Hai abgeformt wurde. Die Firma ISL (Berlac Group) war verantwortlich für das Lacksystem. Das Styling des Fahrzeugs bzw. die Geometrie sind durch den Rennsport geprägt.

Völlig neue Möglichkeiten

In einer weiterentwickelten Form des Street Sharks 2.0 wurde hauptsächlich die Abbildung der Haihautstruktur an der Motorhaube vergrößert und dadurch Verbesserungen erzielt. Seit der Erstpräsentation wurden zahlreiche neue Versuche und Weiterentwicklungen aus den unterschiedlichsten Industriezweigen getätigt. Denkbar sind neben der Haihaut auch andere bionische Oberflächenstrukturen, z.B. schmutzabweisend oder selbstheilende Oberflächen, oder auch jegliche Art von Dekoren wie z.B. Holzoptik, die zum Beispiel auch für Anwendungen in anderen Industrien wie der Freizeit- oder Möbelbranche genutzt werden könnten. Durch die im Windkanal festgestellte Verbesserung des Cw-Wertes sind neben der Anwendung im Automobilbereich auch Applikationen für die Bahn- und Luftfahrtindustrie interessant. Auch im Bereich Boots- und Schiffsbau sind bereits Ideen in der Realisierung.

Dank der engen Vernetzung von Verfahren und Material ergeben sich völlig neue Wege zur wirtschaftlichen Herstellung von hochwertigen Faserverbundbauteilen. Reproduzierbare und qualitativ hochwertige Komponenten mit funktionellen Oberflächen sind in technisch robusten und bewährten Produktionskonzepten sowie in ergonomisch und wirtschaftlich sinnvollen Produktionsanlagen realisierbar.

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