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Elektromobilität

Für MG ist die Zukunft elektrisch

| Autor/ Redakteur: ampnet/Walther Wuttke / Svenja Gelowicz

MG stand einst für kultige britische Sportwagen. Unter dem Dach des chinesischen Konzerns SAIC bietet der Hersteller eher zweckmäßige Modelle an – mit überschaubarem Erfolg in Europa. Nun hofft MG, mit E-Autos zurück ins Rampenlicht fahren zu können.

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Auf der Automesse im chinesischen Guangzhou präsentierte MG kürzlich die elektrifizierte Version des Kompakt-SUV ZS (Bild), der im kommenden Jahr in China angeboten werden soll.
Auf der Automesse im chinesischen Guangzhou präsentierte MG kürzlich die elektrifizierte Version des Kompakt-SUV ZS (Bild), der im kommenden Jahr in China angeboten werden soll.
(Bild: MG/ Dean Smith)

MG – diese beiden Buchstaben standen einmal für eine britische Sportwagen-Ikone, die mit ihren harten, aber ehrlichen Roadstern weltweit die Freunde des britischen Way of Driving begeisterte. Nun, diese Zeiten sind lange vorbei. Heute gehört MG zum chinesischen Konzern SAIC, und die Angebotspalette besteht aus zweckmäßigen SUV und Kompaktmodellen, die in Europa ausschließlich mit überschaubarem Erfolg in Großbritannien angeboten werden. In China verkauft die Marke inzwischen rund 180.000 Fahrzeuge pro Jahr.

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Noch wenig Details zum Elektro-ZS

Der ehemalige Spezialist für offenen Fahrspaß hat sich in den vergangenen Jahren zu einem SUV-Spezialisten entwickelt. Doch nun setzt MG auf die Elektromobilität und hofft, so wieder ins Rampenlicht zurückfahren zu können. Auf der Automesse im chinesischen Guangzhou präsentierte MG kürzlich die elektrifizierte Version des Kompakt-SUV ZS, der im kommenden Jahr in China angeboten werden soll. Ob und wann das Modell auch nach Europa kommen soll, ist noch nicht entschieden. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Gerüchte, dass MG auf den Kontinent zurückkehren könnte, doch dabei blieb es auch.

Bei den technischen Daten für den E-ZS hüllen sich die Chinesen noch weitgehend in Schweigen. Allerdings soll der Elektroantrieb eine Leistung von 150 PS besitzen und mit einer Batterieladung angeblich nach der veralteten Messmethode NEFZ 428 Kilometer weit kommen. Das maximale Drehmoment wird mit 350 Newtonmetern angegeben, und zwischen null und 100 km/h vergehen – so die bisherigen, reichlich optimistisch klingenden Angaben – 3,1 Sekunden. Die Energiespeicher stammen von dem chinesischen Konzern CATL, der gerade eine neue Batteriefabrik in Thüringen plant.

Im kommenden Jahr, so die inoffiziellen Planungen, soll der E-ZS in Großbritannien bei den Händlern stehen. Als ersten Auslandsmarkt hat die Marke Indien ins Visier genommen. Dort soll der Elektro-MGS im Jahr 2020 auf den Markt kommen. Das britische Magazin „Autocar“ schätzt, dass der E-ZS bei seinem Verkaufsstart in Großbritannien umgerechnet rund 23.000 Euro kosten könnte.

RBW Classic Electric Cars baut den MGB zum E-Auto um

Mit dem biederen Elektroauto entfernt sich MG deutlich von dem im vergangenen Jahr auf der Shanghai Motorshow gezeigten Konzept MG E-Motion, der den früheren sportlichen Charakter der Marke wiederbeleben sollte. In Schanghai sprachen die Marken-Verantwortlichen noch von einem möglichen Produktionsstart im Jahr 2020 und einem Preisfenster von rund 30.000 Pfund (34.000 Euro), doch aktuell ist davon keine Rede mehr.

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Für Zeitgenossen, die schon heute einen elektrifizierten MG besitzen wollen, bleibt aktuell nur der Weg zurück nach vorne. In Großbritannien hat sich das Unternehmen RBW Classic Electric Cars darauf spezialisiert, neben anderen Klassikern den legendären MGB in ein modernes E-Mobil zu verwandeln. Für den Umbau nutzt das Unternehmen Rohkarossen, die von British Motor Heritage stammen, wo seit 1975 mit den Originalmaschinen MG-Karosserien hergestellt werden. Der wiederbelebte Elektro-MGB wurde bereits auf der Classic Motor Show in Birmingham vorgestellt. Der 98 PS starke Antrieb von Zytec beschleunigt den Zweisitzer in rund acht Sekunden auf Tempo 100 km/h und erreicht bei (abgeregelten) 169 km/h seine Höchstgeschwindigkeit. Das ist übrigens mehr als beim Original MGB. Die Reichweite soll bei maximal 249 Kilometern liegen. An Stelle des klassischen Schalthebels befindet sich ein runder Wahlschalter.

Der Elektro-Roadster hat seinen Preis

Geplant ist eine Produktion von 30 Exemplaren mit Rechts- und Linkslenkung, von denen 18 im kommenden Jahr aufgebaut werden sollen. Die ersten Testfahrten sollen im Mai 2019 stattfinden. Für den Elektro-Roadster werden am Ende umgerechnet rund 110.000 Euro fällig. Zuvor verlangt RBW allerdings eine (rückzahlbare) Anzahlung in Höhe von 8.300 Pfund (9.280 Euro). Retro hat eben seinen Preis.

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