Automobilgeschichte

Gaylord Gladiator: Nobler Einzelkämpfer

| Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Thomas Günnel

Das Sportwagen-Projekt „Gaylord Gladiator“ blieb (leider) ein Einzelstück. Jetzt steht er bei Zeppelin in Friedrichshafen, wo er in den 1950ern gebaut wurde.
Das Sportwagen-Projekt „Gaylord Gladiator“ blieb (leider) ein Einzelstück. Jetzt steht er bei Zeppelin in Friedrichshafen, wo er in den 1950ern gebaut wurde. (Bild: Zeppelin GmbH)

Gaylord Gladiator hieß ein überaus ambitioniertes Sportwagen-Projekt der 1950er-Jahre. Was kaum jemand weiß: Der Hightech-Ami wurde bei Zeppelin in Deutschland gebaut. Dorthin ist er jetzt zurückgekehrt.

Wer an historische Preziosen der Firma Zeppelin denkt, würde wohl Luftschiffe oder Baumaschinen erwarten. Doch einen Luxussportwagen? Und dann noch ein Gaylord? Ja, doch, so lautete der Name einer Automarke, deren einziges Modell in den 50er-Jahren in Friedrichshafen produziert wurde. Auftraggeber waren die amerikanischen Millionäre Ed und Jim Gaylord, die mit dem Modell Gladiator ein Luxusauto der Superlative auf den Markt bringen wollten.

Die Zeppelin-Tochter FIF erhielt 1957 den Auftrag zur Produktion einer Kleinserie. Doch bereits nach einem Exemplar endete das ambitionierte Abenteuer. Der FIF-Gladiator blieb viele Jahrzehnte in den USA, um jetzt in seine ursprüngliche Heimat, ins Zeppelin-Museum Friedrichshafen zurückzukehren. Dort können Interessierte das Fahrzeug, ein Chassis und historische Dokumente dieses einzigartigen Kapitels der Autogeschichte bewundern.

Ein „ultimativer Sportwagen“

Den Gaylord-Büdern schwebte nichts weniger als der Bau eines ultimativen Sportwagens vor, der keinen Vergleich scheuen sollte. Bereits die Motorisierung war souverän, denn der Sechsliter-V8 von Cadillac stellte eine für die damalige Zeit üppige Leistung von 213 kW/290 PS zur Verfügung. Sogar eine Kompressorvariante mit mehr als 400 PS war angedacht. Auch die Technik war für ihre Zeit in mehrfacher Hinsicht richtungsweisend. Der mit Leder und viel Holz dekorierte Innenraum bot Fensterheber, elektrisch verstellbare Sitze, eine adaptive Servolenkung und eine Klimaanlage.

Höhepunkt war jedoch das per Knopfdruck im Kofferraum versenkbare Coupédach. Vor 60 Jahren war das ein unerhörter Luxus, der allerdings auch unerhörte Preise provozierte. Für die Kleinserie von 25 Gladiatoren war ursprünglich ein bereits stolzer Stückpreis von 10.000 US-Dollar angedacht. Umgerechnet war der Gaylord damit bereits 10.000 D-Mark teurer als ein Mercedes 300 SL, der etwa 32.000 D-Mark kostete. Damit sich die Gladiator-Produktion rechnet, hätte der Preis pro Fahrzeug allerdings auf 17.500 US-Dollar steigen müssen.

Zurück nach Friedrichshafen

Am Ende siegte die Vernunft. Das Projekt wurde eingestampft und der fertige Gladiator sowie ein Chassis gingen in den Besitz der Familie Gaylord über. Später landete das Duo bei einem Sammler in Arizona, der es 2017 der Firma Zeppelin zum Kauf anbot. Die Geschäftsführung von Zeppelin war von diesem historischen Schatz begeistert und ließ sich auf den Deal ein. Mittlerweile sind die perfekt restaurierten Unikate im Zeppelin-Museum Friedrichshafen angelangt. Dort werden sie bis November 2018 zunächst im Rahmen der Ausstellung „Innovation! Zukunft als Ziel“ präsentiert. Später wird der Gladiator als Dauerleihgabe in die Dauerausstellung des Museums integriert.

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