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Gestensteuerung im Lenkrad

| Autor/ Redakteur: Thomas Günnel / Thomas Günnel

Continental hat eine Gestensteuerung für das Lenkrad entwickelt. Mittels Wischen mit den Daumen lassen sich so etwa der Bordcomputer steuern oder Anrufe entgegennehmen.

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Continental hat eine Gestensteuerung für das Lenkrad entwickelt. So kann der Fahrer Gesten nutzen, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen.
Continental hat eine Gestensteuerung für das Lenkrad entwickelt. So kann der Fahrer Gesten nutzen, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen.
( Bild: Continental )

Die Gestensteuerung nutzt zwei transparente Kunststoffflächen, die der Fahrer fast wie ein Touchpad mit den Daumen bedient. Ein ins Kombiinstrument integrierter, so genannter Time-of-Flight Sensor erkennt die Bewegung der Hand und setzt sie in Aktionen um. Mit einem Wischen nach oben oder unten navigiert der Fahrer durch die Menüs, ein kurzes Tippen bestätigt die Auswahl. Für andere Funktionen ist die Bedienung auch berührungslos möglich: Bewegt der Fahrer beispielsweise die Finger gleichmäßig auf und ab während er das Lenkrad im Griff hat, nimmt er Anrufe an oder lehnt sie ab. Der Vorteil des Systems: Mussten die Fahrer bei bisherigen Konzepten der Gestensteuerung in der Mittelkonsole noch häufig ihre Hände vom Lenkrad nehmen oder den Blick von der Straße lenken, ist der Aktionsradius bei der ins Lenkrad integrierten Variante deutlich fokussierter. „Mit Gesten in einem klar definierten Bereich am Lenkrad können wir die Ablenkung minimieren und dadurch die Sicherheit erhöhen. Die Eingrenzung verhindert zudem, dass der Fahrer die Gestensteuerung durch seine gewohnten Gesten im Fahreralltag unbeabsichtigt startet und so ungewollte Einstellungen vornimmt“, erklärt Ralf Lenninger, Leiter Strategie, Systementwicklung und Innovation der Continental-Division Interior.

Skalierbares System

Der Sensor besteht aus einem 3D-Kamerasystem mit integriertem 3D-Image-Sensor und verarbeitet das damit aufgenommene Infrarot-Signal zu einem 3D-Bild. So erkennt das System Handposition und Gesten des Fahrers millimetergenau und setzt sie in Aktionen um. „Die Gesten sind für den Fahrer intuitiv anwendbar und sehr eng an gelernte Bedienweisen von Smartphones und Co angelehnt. So vereinfacht sich der Dialog zwischen Fahrer und Fahrzeug selbst für komplexe Anwendungen und die Fahrerablenkung sinkt“, sagt Lenninger. Aktuell erkennt das System vier unterschiedliche Gesten: Für die Einstellung der Navigation, das Durchsuchen von Apps und Starten von Musik, das Beantworten von Anrufen oder das Steuern des Bordcomputers. Weitere Gesten lassen sich jederzeit ergänzen. Erste Reaktionen von Testnutzern bestätigen laut Continental die Auswahl dieser Gesten. Sie begrüßten vor allem die Nähe zum Lenkrad, die Bedienung mit den Daumen sowie die intuitive Erlernbarkeit der Gesten. Das System ist skalierbar und somit in allen Fahrzeugklassen denkbar.

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