Cyberattacke Hacker waren schon vor August in den Conti-Systemen

Quelle: dpa

Cyber-Angreifer hatten bei einem digitalen Coup auf den Zulieferer Daten abgegriffen. Die Aktion soll aber deutlich früher begonnen haben als Continental bislang mitteilte.

Continental hatte gegen Ende August von einem Cyber-Angriff berichtet.
Continental hatte gegen Ende August von einem Cyber-Angriff berichtet.
(Bild: Continental)

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat die Hacker-Attacke auf seine IT-Systeme im Sommer offenbar erst nach rund vier Wochen bemerkt. Wie die Finanz-Nachrichtenagentur „DPA-AFX“ am Mittwoch aus Konzernkreisen erfuhr, sollen die Cyber-Angreifer bereits am 4. Juli Zugriff auf Daten im Netzwerk des Hannoveraner Unternehmens erlangt haben. Dies sei im Nachhinein bei der Analyse der Daten festgestellt worden.

Conti hatte gegen Ende August mitgeteilt, am 4. August einen Angriff auf die Systeme entdeckt und abgewendet zu haben. Anfang November räumte das Unternehmen ein, dass dabei Daten abgeflossen sind. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ über den Beginn des Hacks bereits im Juli berichtet. Ein Konzernsprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Vorfall wird weiterhin analysiert

Am Dienstag hat sich dem Vernehmen nach der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns über den Untersuchungsstand informieren lassen. Die Analyse des Vorfalls mithilfe externer Spezialisten dauere an, sagte der Sprecher am Mittwoch. Dazu gehöre auch, ob sensible Informationen zu Kunden und Kundenverträgen zu den Daten gehören, mit denen Hacker offenbar unter Androhung der Veröffentlichung eine Lösegeldzahlung erreichen wollen.

Bei dem Datensatz geht es wohl um eine insgesamt abgegriffene Datenmenge von 40 Terabyte. Täglich verarbeitet das IT-System von Conti dem Vernehmen nach eine Datenmenge von 220 Terabyte. Auf Conti-Servern verschlüsselten die Hacker dem Unternehmen zufolge keine Daten, weswegen es keine Beeinträchtigung der täglichen Geschäfte gegeben habe. Gleichwohl ist das Thema heikel für das Management um Chef Nikolai Setzer, denn unter anderem könnten Details aus Verträgen für Unmut bei den Kunden sorgen.

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