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Produktion Hannover Messe 2015: Merkels Messerundgang

| Autor / Redakteur: Frank Jablonski / Jens Scheiner

Beim traditionellen Rundgang der Bundeskanzlerin zur Eröffnung der Hannover-Messe stand am Montag (13. April) auch das Thema vernetzte Produktion im Mittelpunkt.

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Beim traditionellen Rundgang der Bundeskanzlerin zur Eröffnung der Hannover-Messe stand am Montag auch das Thema der vernetzten Produktion im Mittelpunkt.
Beim traditionellen Rundgang der Bundeskanzlerin zur Eröffnung der Hannover-Messe stand am Montag auch das Thema der vernetzten Produktion im Mittelpunkt.
(Foto: MaschinenMarkt )

„Erst einmal produzieren wir einen Duft für Angie!“, kontert Angela Merkel einen Scherz von Siemens-Vorstand Joe Kaeser. Er hatte ihr vorgeschlagen, für Hillary Clinton einen personalisierten Duftflakon für bevorstehende Treffen zu produzieren. Das Geplänkel am Rande des Rundgangs bezog sich auf die via Twitter veröffentlichte Präsidentschaftskandidatur der US-Politikerin. Technischer Hintergrund des duftenden Geschenke-Verteilens an Merkel und den indischen Premierminister Modi ist ein von Siemens und Festo gemeinschaftlich entwickeltes Multi-Carrier-System. Das sehr flexible Transportsystem lässt sich einfach und exakt in die vorhandene Intralogistik integrieren.

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Maschinenbauer und produzierende Unternehmen können so beispielsweise ihre Fertigungslinien und Maschinen schnell an unterschiedliche Formate, Größen und Produktarten sowie saisonale Anforderungen anpassen. Die Politiker konnten an einer Bedienschnittstelle ihre „Bestellung“ an die Anlage von Optima übermitteln, dass als Pilotkunde das Multi-Carrier-System in seinen Abfüll- und Verpackungsmaschinen einsetzt. Der Maschinenbauer Optima hat beim Projekt seine langjährige Erfahrung und sein Know-how in die Entwicklung des Maschinenkonzepts eingebracht. Mit dem Einsatz des Multi-Carrier-Systems will das Unternehmen die Fertigungsflexibilität seiner Kunden aus Branchen wie Food, Non-Food, Kosmetik und Pharma erhöhen.

Vernetzte Prozessketten

Um in Losgröße eins, wie beim Siemens-Demonstrator, produzieren zu können, muss die gesamte Prozesskette digital arbeiten. Neue Konzepte für das Steuern von Anlagen sind notwendig. Daher wundert es nicht, dass beim Rundgang der Kanzlerin auch an weiteren Ständen wie von Volkswagen, ABB oder Harting das Thema aufkam. Beispielsweise stand bei Pilz das Thema Steuern und Visualisieren im Vordergrund. Den Politikern wurde erklärt, dass verkettete Anlagen mit verteilten Aufgaben umfangreichere Beziehungen zu den einzelnen Elementen innerhalb der gesamten Prozesskette erfordern. Die Folge seien komplexe, dezentrale Architekturen, die für den Anwender schwer zu handhaben sind. Mit dem Automatisierungssystem PSS 4000 verfolge Pilz daher einen modularen und verteilbaren Ansatz. Dieser erlaube es, die Vorteile einer dezentralen Steuerungsstruktur zu nutzen, ohne die damit verbundene höhere Komplexität in Kauf nehmen zu müssen. Auch der Demonstrator am Stand von Getriebebau Nord begeisterte die Kanzlerin und den Premierminister mit dem Thema Kommunikation und Vernetzung: Sechs Antriebe informieren sich gegenseitig in Sekundenbruchteilen über einen internen Bus und neue Frequenzumrichterelektronik. So bleibt der Fahrsimulator auch ohne teure Servotechnik im Gleichgewicht.

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