Autonomes Fahren Hella beteiligt sich an Unternehmen für Hohlleiterantennen

Redakteur: Hendrik Härter

Der Automobilzulieferer Hella beteiligt sich mit zehn Prozent am Antennenspezialisten Gapwaves aus Schweden. Aus der Kooperation soll eine neue Generation von Radarsensoren auf Basis von 77 Gigahertz entstehen.

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Simulationsbild einer Hohlleiterantenne: Hella will die Technologie in die nächste Generation von Eckradarsensoren integrieren und damit die Leistungsfähigkeit der Sensoren weiter steigern.
Simulationsbild einer Hohlleiterantenne: Hella will die Technologie in die nächste Generation von Eckradarsensoren integrieren und damit die Leistungsfähigkeit der Sensoren weiter steigern.
(Bild: Gapwaves)

Die Radartechnik ist ein Baustein auf dem Weg zum autonomen Fahren: Für die Sensorfusion fließen außerdem Daten aus Lidar und Kamera zusammen. Jetzt will der Automobilzulieferer Hella seine Position als weltweit führender Anbieter von Radartechnik für automatisierte Fahrfunktionen weiter ausbauen. Das Unternehmen hat einen exklusiven Lizenz- und Entwicklungsvertrag mit dem am Nasdaq First North Growth Market notierten Tech-Unternehmen Gapwaves vereinbart. Demnach kann sich Hella zu zehn Prozent an dem Unternehmen beteiligen.

Gapwaves zählt zu einem der weltweiten Marktführer für hohlleiterbasierten Antennen. Eingesetzt werden soll die Technik in der nächsten Generation von Eckradarsensoren auf Basis von 77 Gigahertz. Der Start einer Serienproduktion für einen deutschen Hersteller von Premiumfahrzeugen ist im Jahr 2024 geplant.

Mit der Lizenzvereinbarung erhält Hella das Recht, die von Gapwaves patentierte Technik exklusiv für Anwendungen bei Eckradarsensoren im Automobilbau einzusetzen. Zugleich wird sich das Unternehmen aktiv an den Radarentwicklungen von Hella einbringen.

Radartechnik und die Frequenzen

Radartechnik im Fahrzeug und perspektivisch in autonomen Fahrzeugen dient unter anderem für Systeme der Totwinkelerkennung, Spurwechselassistent, Querverkehrswarnung vorn und hinten, automatische Notbremsung und Abstandsregeltempomat. Bisherige Radarsysteme setzen auf 24 GHz; im Automobilbau kommen Narrow-Band (NB) und Ultra-Wide-Band (UWB) zum Einsatz. Allerdings läuft die Nutzung des UWB-Bands sowohl in Europa als auch in den USA bis 2022 aus. Hier setzen die Hersteller auf 77 bis 81 GHz. Grund: Mit den höheren Frequenzen verbessert sich die Auflösung und Genauigkeit um den Faktor 20.

Hintergrund Gapwaves: Das Unternehmen ist aus der Forschung der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg hervorgegangen und wurde 2011 gegründet. Dort hat das Unternehmen auch heute noch seinen Hauptsitz. Seit 2016 ist Gapwaves am Nasdaq First North Growth Market in Stockholm notiert. Es beschäftigt rund 30 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz im einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

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