Transformation Herbert Diess über Volkswagens Pläne mit Cariad, China und die USA

Von Claus-Peter Köth

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Im Vorfeld der Volkswagen-Aufsichtsratssitzung konkretisierte der Vorstandsvorsitzende Herbert Diess bei „The Pioneer“ seine Pläne für Cariad, China und die USA.

Volkswagen-CEO Herbert Diess: Die Entwicklungskosten für Software liegen aktuell bei etwa 2,5 Milliarden Euro – das werde sich stetig steigern, bis auf circa 20 Milliarden Euro im Jahr 2030.
Volkswagen-CEO Herbert Diess: Die Entwicklungskosten für Software liegen aktuell bei etwa 2,5 Milliarden Euro – das werde sich stetig steigern, bis auf circa 20 Milliarden Euro im Jahr 2030.
(Bild: Volkswagen )

Erst vor wenigen Tagen erteilte Volkswagen-CEO Herbert Diess Apples neuer Konnektivitäts-Software „Carplay“ eine Absage. Jetzt konkretisierte er im Podcast von „The Pioneer“ seine Pläne für die Volkswagen-Tochter Cariad sowie für die Märkte China und USA – im Vorfeld der am Freitag (7. Juni) stattfindenden VW-Aufsichtsratssitzung.

Die mit großen Erwartungen gestartete Software-Sparte Cariad soll eine zentrale Software für alle Marken des Konzerns bereitstellen. Man sei gut unterwegs, sagte Diess. Cariad sei allerdings ein anspruchsvolles zehn- bis fünfzehnjähriges Projekt. Software werde das Auto in den nächsten Jahren dramatisch verändern. Mittels Software werden Autos über weite Strecken selbst fahren. Diese Fähigkeiten müsse man als Automobilhersteller aufbauen.

Einheitliche Software dauert noch

Weiter betonte Diess, dass er froh sei über die aktuellen Diskussionen rund um Cariad, nicht zuletzt um die Strategie noch einmal nachzujustieren. Bislang sei Volkswagen etwa davon ausgegangen, schon in der nächsten Software-Generation zu konvergieren – sprich eine einheitliche Softwarearchitektur über alle Marken hinweg auszurollen. Das gelte weiterhin für Infotainmentsysteme, aber nicht für Fahrerassistenzsysteme. Dort werde man noch eine Zeitlang parallel fahren, erklärte Diess bei „The Pioneer“.

Damit bestätigte er die jüngste „Handelsblatt“-Veröffentlichung, dass die Softwarepakete E 1.2 und E 2.0 einige Jahre parallel genutzt werden. Mit dem einheitlichen Betriebssystem E 2.0 sollen erst von 2026 an alle Fahrzeuge der VW-Gruppe ausgestattet werden.

Auch zu den Entwicklungskosten äußerte sich Diess bei „The Pioneer“: Momentan gebe man aktuell im Jahr etwa 2,5 Milliarden Euro für Software aus. Das werde sich stetig steigern, bis auf circa 20 Milliarden Euro im Jahr 2030 – etwaige Zukäufe eingerechnet. Und auch die Zahl der Mitarbeiter werde sich von heute rund 11.000 intern und extern entsprechend erhöhen. Weitere Akquisitionen allen voran in China und in den USA seien geplant.

Wachstumspotenzial in den USA größer als in China

Die hohe Abhängigkeit vom chinesischen Markt – weit über die Automobilindustrie hinaus – sieht Diess nicht als Nachteil. Denn der Markt verspreche weiterhin ein großes Wachstumspotenzial. Volkswagen sei dort sehr gut aufgestellt, fast alle Marken haben großen Erfolg. Man partizipiere am technologischen Wachstum in China und entwickele mehr und mehr vor Ort. Insofern sehe er keine fallende, sondern eher eine steigende Bedeutung des Marktes. Man brauche China als Wachstums- und Innovationsmotor.

Aber ja, das größere Wachstumspotenzial für Volkswagen liege in den USA, wo der Hersteller zuletzt einen Marktanteil von etwa vier Prozent verzeichnete. Erstmals seit zehn Jahren sei man dort wieder profitabel gewesen und habe ein gutes Wachstum in den Segmenten erzielen können. Mit der Elektrifizierung habe man nun laut Diess eine historische Chance, in den USA wirklich stark zu werden. Der ID 4 sei für das nächste Jahr praktisch ausverkauft und auch der neue Golf komme hervorragend an.

Darüber hinaus will Diess in das amerikanische Kernsegment der Pick-up-Trucks und großen SUVs vordringen – mit elektrifizierten Produkten unter der Marke Scout. Langfristig strebe man damit in den USA einen Marktanteil von zehn Prozent an.

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