Suchen

Fraunhofer Hochtemperatur-Leichtbau für Bremsscheiben

| Autor / Redakteur: Doris Karl / Christian Otto

Seit Anfang des Jahres gibt es in Bayreuth das neue Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau (HTL) der Fraunhofer-Gesellschaft. Dort werden Werkstoffe und Komponenten für die Energie-, Antriebs- und Wärmetechnik entwickelt, die auch hohen Temperaturen standhalten. Ein Projekt beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung keramischer Bremsscheiben für die Automobilindustrie.

Firmen zum Thema

Hochleistungs-Bremsscheiben aus faserverstärkter Keramik können höheren mechanischen und thermischen Belastungen standhalten. Derzeit finden sie sich aber nur in Oberklassefahrzeugen, da die Herstellungskosten sehr hoch sind. Das Fraunhofer HTL arbeitet an günstigeren Herstellverfahren.
Hochleistungs-Bremsscheiben aus faserverstärkter Keramik können höheren mechanischen und thermischen Belastungen standhalten. Derzeit finden sie sich aber nur in Oberklassefahrzeugen, da die Herstellungskosten sehr hoch sind. Das Fraunhofer HTL arbeitet an günstigeren Herstellverfahren.
(Fraunhofer)

Das neue Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau (Fraunhofer HTL) beschäftigt sich u. a. mit der Materialentwicklung und Auslegung von Leichtbaustrukturen, die insbesondere für den Hochtemperatureinsatz vorgesehen sind. Ein Beispiel sind Hochleistungs-Bremsscheiben aus faserverstärkter Keramik. Die Faserverstärkung sorgt dafür, dass die Bremsscheibe den hohen mechanischen und thermischen Belastungen beim Bremsen standhält und während der Lebensdauer eines Pkw nicht ausgetauscht werden muss. Die Herstellkosten für Keramik-Bremsscheiben sind jedoch noch sehr hoch. Infolgedessen werden sie meist nur in Pkw der Oberklasse und der oberen Mittelklasse verwendet. Eines der Projekte am Fraunhofer HTL befasst sich deshalb mit kostengünstigeren Herstellverfahren für Automobilbremsscheiben.

Zentrum für Hochtechnologie-Leichtbau

Das HTL gehört zum Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC) in Würzburg und führt dessen etablierte Keramikforschung mit der seit 2006 in Bayreuth ansässigen Fraunhofer-Projektgruppe „Keramische Verbundstrukturen“ zusammen. Geleitet wird das Zentrum von Prof. Dr.-Ing. Walter Krenkel, dem Leiter der bisherigen Projektgruppe, und Dr. Friedrich Raether, Kopf der Keramikforschung aus Würzburg.

Für den Standort des Zentrums in Bayreuth spricht die hohe Reputation der Universität Bayreuth auf diesen Forschungsgebieten sowie die große Anzahl von Keramikunternehmen in der Region, für die nun auch FuE-Dienstleistungen in unmittelbarer Nähe angeboten werden. Am HTL arbeiten derzeit etwa 30 Mitarbeiter, die in drei Arbeitsgruppen organisiert sind. Eine davon geht auf die Projektgruppe Keramische Verbundstrukturen zurück. Die beiden anderen Arbeitsgruppen entwickeln keramische Fasern und Hochtemperaturprozesse für die Keramikindustrie.

Neubau geplant

Bis 2015 soll ein Neubau für das HTL mit insgesamt 2700 m² Büro-, Labor- und Technikumsflächen in Wolfsbach errichtet werden. Für den Bau und die Erstausstattung des HTL-Gebäudes sind 22 Millionen Euro vorgesehen, die vom Freistaat Bayern, dem Bund sowie dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung zur Verfügung gestellt werden. Für die nächsten Jahre streben die Verantwortlichen eine deutliche Steigerung bei den Projekteinnahmen und der Mitarbeiterzahl an. Bis 2016 sollen ca. 60 Mitarbeiter in den neuen Räumen des HTL arbeiten.

(ID:34993860)