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Digitalisierung Holoride und Porsche: VR-Unterhaltung für den Rücksitz

| Redakteur: Maximiliane Reichhardt

Auf der Rückbank eines Porsches das Weltall erkunden: Auf dem sogenannten „Expo Day“ der Plattform Startup Autobahn zeigte der Sportwagenhersteller gemeinsam mit dem Start-up Holoride, wie Porsche künftig seine Insassen unterhalten könnte.

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Das Start-up Holoride bietet ein VR-Unterhaltungsprogramm für die Rückbank.
Das Start-up Holoride bietet ein VR-Unterhaltungsprogramm für die Rückbank.
(Bild: Porsche)

Das Entertainment-Tech-Start-up Holoride hat im Rahmen der Innovationsplattform Startup Autobahn drei technische Machbarkeitsstudien durchgeführt: mit den Automobilmarken Porsche und Mercedes-Benz sowie der Daimler-Tochter Evobus – einem Hersteller für Passagier- und Reisebusse. Mit den Partnern hat das Unternehmen gezeigt, dass die Holoride-Software zur bewegungs-synchronen Echtzeit-Generierung von sogenannten Extended Reality-Inhalten, wie Virtual Reality (VR), mit den Fahrzeugdaten der Hersteller funktioniert.

Das Geschäftsmodell des Start-ups verfolge einen offenen Plattform-Ansatz, sodass alle Autohersteller und Content-Produzenten gleichermaßen von der Technologie profitieren. Mit dem Expo Day schließt Holoride als eines von 39 Start-ups erfolgreich den sechsten Durchlauf von Startup Autobahn ab.

Mehr als Unterhaltung: Auch Reiseübelkeit könnte reduziert werden

Ziel des gemeinsamen Projekts von Porsche und Holoride sei es, das Angebot von „Elastiv Content“ zu ermöglichen und so die Passagiere eines Autos in virtuelle Unterhaltungswelten eintauchen zu lassen. Dafür wird eine VR-Brille mit Sensoren im Fahrzeug gekoppelt, sodass deren Inhalte in Echtzeit an die Fahrbewegungen des Autos anpasst werden können: Fährt das Auto beispielsweise um die Kurve, so ändert sich auch die Flugrichtung des Spaceshuttles, in dem man sich virtuell befindet. So entsteht ein hoch-immersives Erlebnis und es lassen sich damit Symptome von Reiseübelkeit deutlich reduzieren.

Künftig soll das System auch Navigationsdaten auswerten können und damit unter anderem die Länge eines VR-Spiels an die errechnete Fahrdauer anpassen. Die Machbarkeitsstudie mit Evobus bestätige auch für den Markt der Busreisen ein weiteres Potenzial. Die Kern-Technologie, ein Software-Development-Kit von Holoride, übersetzt die Fahrzeugdaten, sodass Content-Produzenten mit existierenden Game-Engines unkompliziert Angebote für Passagiere kreieren können.

Grundstein für weitere Zusammenarbeit gelegt

Das gemeinsame Projekt von Porsche und Holoride wurde als eines von drei Projekten im Rahmen des Expo Days mit dem „Global Innovation Award“ geehrt. Diesen verleiht der Investor und Accelerator Plug and Play aus dem Silicon Valley. Auch die Experten von Daimler ziehen ein positives Fazit: „Wir konnten unsere Fahrzeuglokalisierung des MBUX-Augmented-Reality mit der Holoride-Software integrieren. Entstanden ist ein VR-System, das nahezu ohne Modifikationen vollständig in ein Serienfahrzeug integriert werden kann. Nun können wir zügig die nächsten Schritte für eine Zusammenarbeit angehen“, so Frank Ruff, Leiter des Forschungsbereichs Pioneering Next.

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