Porsche Cayenne/VW Touareg Hybridvergleich: Cayenne hängt Touareg ab

Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Thomas Günnel

Der VW Touareg Hybrid und der Porsche S Hybrid haben zwar einen identischen Hybridantrieb – aber unterscheiden sich im Betrieb deutlich voneinander. Die Porsche-eigene Software-Applikation des Cayenne S Hybrid lässt ihn im Praxistest exakt 2,0 Liter weniger verbrauchen, als der SUV-Hybrid aus Wolfsburg.

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Obwohl beide Modelle über einen identischen Hybridantrieb verfügen, benötigt der Porsche Cayenne S Hybrid rund 20 Prozent weniger Treibstoff als der Volkswagen Touareg Hybrid. Der Grund ist eine Software-Applikation, die die Zuffenhausener selbst entwickelt haben.
Obwohl beide Modelle über einen identischen Hybridantrieb verfügen, benötigt der Porsche Cayenne S Hybrid rund 20 Prozent weniger Treibstoff als der Volkswagen Touareg Hybrid. Der Grund ist eine Software-Applikation, die die Zuffenhausener selbst entwickelt haben.
(Foto: Porsche, Volkswagen; Montage: Automobil Industrie)

Geländewagen mit Prestige, wie Porsche Cayenne und VW Touareg, gibt es als bärige Benziner und Diesel sowie seit Mitte 2010 auch als „Saubermänner“ mit Hybridantrieb. Das spezielle bei ihnen, sie verfügen 1:1 über den gleichen Hybridantrieb. Der VW Tuareg Hybrid und der Porsche S Hybrid haben einen Kompressor-aufgeladenen 3,0-Liter-V6-Benziner (245 kW/333 PS; 440 Newtonmeter), der als Einheit mit Elektromotor und 8-Gang-Automatik eine Systemleistung von 279 Kilowatt (380 PS) und bullige 580 Newtonmeter Drehmoment bereitstellt. Die beiden Achsen der Vollhybriden sind mechanisch angetrieben, so bleiben die SUV vollwertige Allradler – ohne Fehl und Tadel.

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Die Hybrid-Zwillinge unterscheiden sich, abgesehen vom Antrieb, nicht von ihren Geschwistern mit reinem Verbrennungsmotor: großzügiges Platzangebot, hoher Komfort, gute Verarbeitungsqualität, agiles Handling und klasse funktionierende Automatik heißt es auch bei ihnen. Doch was bietet der Hybridantrieb mehr als seine Geschwister? Er kann den Dieselmotor im Verbrauch nicht schlagen (Cayenne V6 TDI durchschnittlich im Test 8,3 Liter je 100 km), wohl den Benziner im Stadtverkehr – im Autobahnbetrieb gibt es keinen Hybridbonus. Bei Mehrkosten für den Hybrid von vergleichsweise bis rund 20.000 Euro zum V6 TDI sind Käufer von VW Touareg Hybrid und Porsche S Hybrid eher umweltbewegte als betriebswirtschaftlich rechnende Kunden.

Porsche überzeugt im elektrischen Betrieb

Deutliche Unterschiede gibt es dennoch – zwischen den Hybriden. Obwohl beide hochbeinigen Reisewagen einen identischen Antrieb besitzen, überzeugt der Porsche im elektrischen Betrieb und somit im Kraftstoffverbrauch. In den Testfahrten schluckt der Touareg Hybrid durchschnittlich mit 11,6 Liter exakt 2,0 Liter mehr je 100 Kilometer als der Cayenne S Hybrid; die Spannbreite des Benzinkonsums lag beim VW zwischen 11,0 Liter und 12,5 Liter je 100 Kilometer, beim Porsche waren es 8,7 Liter bis 11,6 Liter.

Beide Hybrid-Riesen schlucken jedoch kräftig, wenn ihre hervorragenden Fahrleistungen abgerufen werden: Beschleunigung von null auf 100 km/h in 6,5 Sekunden; max. sollen 240 km/h zu erreichen sein. Denn athletischer Einsatz, häufige Tempi über 130 km/h und hoher resultierender Luftwiderstand haben ihren Preis – weit mehr als 13 Liter je 100 Kilometer.

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