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IAA 2019 IAA: Chinesischer Hersteller Wey will in die Welt

| Autor/ Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Maximiliane Reichhardt

Der Autokonzern Great Wall hat in nur drei Jahren in China mit Wey eine Nobeltochter etabliert. In zwei Jahren hofft man, auch in Europa zu reüssieren.

Wey-Gründer Jack Wey will mit seiner Marke bald in der internationalen Oberliga mitspielen.
Wey-Gründer Jack Wey will mit seiner Marke bald in der internationalen Oberliga mitspielen.
(Bild: Mario Hommen/SP-X)

Auf der IAA (12. bis 22. September) präsentieren gleich mehrere chinesische Hersteller ihre ehrgeizigen Expansionspläne. So etwa die Marke Wey, die in Frankfurt neben ihrem Konzeptfahrzeug Wey-S als Weltpremiere auch Pläne zum Aufbau einer globalen Marke schmiedet.

Ausschließlich SUVs

Jack Wey, Chef des Great-Wall-Konzerns, will mit seiner erst 2016 gegründeten Automarke den seit einigen Jahren global erfolgreichen Smartphone-Herstellern aus China nacheifern. In den vergangenen zwei Jahren ist es ihm in China gelungen, sich als Premiumhersteller zu etablieren. 300.000 Fahrzeuge habe man bislang verkauft und Topwerte bei der Kundenzufriedenheit bekommen. Wey bietet ausschließlich SUV-Modelle an.

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Laut Jack Wey hat die Marke global konkurrenzfähige Standards erreicht. Um in der internationalen Oberliga mitspielen zu können, haben die Chinesen unter anderem 2016 ein Entwicklungszentrum in Deutschland aufgebaut. Auch deshalb gibt sich der Firmenchef zuversichtlich, dass seine SUVs nicht nur chinesischen, sondern auch europäischen Kunden gefallen werden. In zwei Jahren soll es soweit sein. Dann will man mit Neuauflagen der aktuellen Modelle VV5 und VV7 starten. Feine Materialien, modernes Innenraumdesign, neueste Infotainment- sowie zeitgemäße Sicherheitstechnik sind hier bereits jetzt selbstverständlich. Das Außendesign ist gefällig, wenn auch etwas beliebig.

Fahrendes Smartphone

Wie die Studien Wey-S und Wey-X andeuten, dürften die Neuauflagen von VV5 und VV7 mit sportlicherem und stellenweise avantgardistischerem Styling mehr Eindruck machen. Spannend ist auch der Blick in den Innenraum des Wey-S, der farbenfroh und zugleich nobel eingerichtet wurde. Zukunftsweisend ist das fahrerzentrierte Cockpit mit seinen großen Displays, deren Bedienoberflächen unter anderem Social-Media-Funktionen wie WhatsApp integrieren. Vor allem als fahrende Smartphones sollen Wey-Modelle die Nutzer überzeugen. Die Marke soll dabei vom Vorsprung der Chinesen beim Ausbau der 5G-Mobilfunkttechnologie profitieren, die in den Heimatländern anderer global erfolgreicher Hersteller noch im Dornröschenschlaf verharrt.

Auch bei den Antrieben arbeitet Wey an der Zukunft. Bereits serienreif ist ein Plug-in-Hybrid-Antrieb. Dieser soll im kommenden VV7 in einer 48-Volt sowie in einer Hochvoltvariante zum Einsatz kommen. Letztere soll den VV7 in Kombination mit einer neunstufigen Automatik in weniger als sechs Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und 1,6 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Zunächst ist geplant, die Modelle für Europa ausschließlich mit Hybridantrieb anzubieten. Wie der Wey-S andeutet, soll es künftig auch rein batterieelektrische Varianten geben. So verfügt die seriennahe Studie über einen E-Antrieb mit kobaltfreien Batterien für rund 500 Kilometer Reichweite.

2021 will Wey rein batterieelektrische Modelle in China anbieten. Ein Jahr später könnten diese auch nach Europa kommen. Darüber hinaus arbeiten die Chinesen an der Brennstoffzelle. Laut Jack Wey verfügt der Konzern bereits über das Know-how, diese Technik in Eigenregie zu entwickeln.

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