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Jaguar F-Pace: Raubkatze fürs Gelände

| Autor/ Redakteur: Ampnet / Jens Scheiner

Im F-Pace, dem „Performance Crossover“, wie ihn Jaguar nennt, treffen sich in Sachen Design, Technik und Fahrwerk Gene der Jaguar-Limousinen und Sportwagen. Nun will ihn die britische Traditionsmarke im SUV-Segment wildern lassen.

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Die britische Traditionsmarke will dem neuen F-Pace nun auch in SUV-Segment wildern.
Die britische Traditionsmarke will dem neuen F-Pace nun auch in SUV-Segment wildern.
(Foto: Jaguar Land Rover)

Vor knapp einem halben Jahrhundert stand die britische Nobelmarke noch für gehobene Limousinen und Sportwagen, die vor allem eins waren: schön und schnell. Dann kam die Ära der Zwölfzylinder, das Image wandelte sich ins Exaltierte: Die zunehmend kapriziösen Autos wurden zur Alternative in der Spitzenklasse. Vor einem guten Jahrzehnt die Trendwende: Jaguar positionierte sich als sportliche, moderne und durchaus noch erschwingliche Premium-Marke neu – ganz im Sinne des klassischen Markenbildes.

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Derzeit konsequentester Ausdruck dieses neuen Ansatzes ist der F-Pace, der bereits ab 42.390 Euro angeboten werden soll. 90 Prozent der Kunden dieses SUV sollen von anderen Marken kommen, deutlich jünger sind sie ohnehin, und es sind mehr Frauen unter ihnen. Dennoch – vielleicht sogar gerade deshalb – strotzt der F-Pace vor anspruchsvollem Selbstbewusstsein. Die muskulöse Form des F-Pace übersetzt die aktuelle Jaguar-Designlinie gekonnt ins SUV-Segment, und sie hebt sich erfreulich klar von den Modellen der Schwestermarken Land Rover und Range Rover ab. Das Gesicht des F-Pace erinnert an die aktuellen Jaguar-Limousinen; die Scheinwerfer kommen sogar unverändert vom XF. Mit zahlreichen Sicken und horizontalen Linien gelingt es den Briten recht gut, die Höhe des Aufbaus zu kaschieren, und es stören nur wenige Details – etwa die in den gehobenen Ausstattungsvarianten verbauten Sensor-Einheit für die Assistenzsysteme, die im Kühlergrill als Fremdkörper wirkt.

Konventionelles Interieur

Dafür bietet der F-Pace einen ungewöhnlich geräumigen Innenraum. Auch wenn die Vordersitze weit zurückgeschoben sind, bleibt hinten viel Platz für Großgewachsene. Und der Gepäckraum bietet mit 650 Litern Volumen ebenfalls Überdurchschnittliches. Insgesamt präsentiert sich das Interieur übrigens erstaunlich konventionell, was auch daran liegen mag, dass die Armaturentafel im Sinne einer konsequenten Gleichteilestrategie mit der Sportlimousine XE identisch ist. Hier wird weder futuristische Lounge-Atmosphäre noch traditionelle Handwerkskunst geboten; dafür liegen die Schalter dort, wo man sie vermutet. Auf eine längere Eingewöhnungsphase kann verzichtet werden. Die verwendeten Materialien entsprechen dem Klassenstandard, setzen aber keineswegs neue Maßstäbe; von Jaguar hätte man hier vielleicht etwas mehr erwartet.

Gut gefallen hat uns die Betätigung der Automatik per Drehknopf, und die virtuelle Instrumentierung lässt sich auf reizvolle Weise modifizieren: Wenigstens hier verströmt das Interieur einen Hauch von Individualismus. Und die Ambiente-Beleuchtung mit nach oben gerichteten Lichtaustrittsflächen ist unübersehbar. Übrigens hat auch das Telematik- und Navigations-System erheblich profitiert. Es agiert jetzt extrem schnell, versagt aber in einem Punkt, der für manche Fahrer wichtig ist: Die Landkarte lässt sich nicht dauerhaft nordweisend fixieren. Jaguar will zum nächsten Modelljahr nachbessern.

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