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Revival des Wagoneer geplant
Marchionne investiert in Jeep und lässt ebenso den Wagoneer auferstehen. Das erste luxuriöse SUV rollte von 1963 bis 1991 vom Band und galt damals als revolutionär. Nun soll der Wagoneer Ende 2018 auf dem Markt sein Revival feiern und mit dem Range Rover in Konkurrenz treten. Etwas früher im gleichen Jahr will der Hersteller den neuen Grand Cherokee an Kunden ausliefern. Für die kommenden zwei Jahre plant die FCA-Marke zwei Neuheiten: Ein neues SUV-Modell in der C-Klasse für 2016, dort wo der Mercedes GLC angesiedelt ist, und einen neuen Wrangler, der für 2017 avisiert ist. Der Wrangler als direkter Nachfahre des Originals aller Geländewagen, den Willys MB, werde laut dem OEM auf der erfolgreichen Original-Jeep-Formel aufbauen – allerdings mit moderner Technik, eigenständigem Karosserie- und Innenraumdesign, aktuellen Motoren sowie zeitgemäßer Sicherheits- und Komfortausstattung.
Bei den Fahrzeugentwicklungen nutzen die Ingenieure von Jeep die Technik-Ressourcen des FCA-Konzerns. Das spiegelt sich bereits im jetzigen Modell-Programm. Etwa bei den automatischen Getrieben. So baut FCA im Chrysler-Getriebewerk Kokomo, Indiana/USA, in Lizenz von ZF Friedrichshafen die effektiven Acht- und Neun-Stufen-Wandler-Automatiken, 8HP und 9HP. Im Grand Cherokee übernimmt die Kraftübertragung bereits die 8HP sowie die 9HP im Cherokee und im kleinen Renegade. Den gibt es auch mit Frontantrieb und einem Sechsgang-Doppelkupplungs-Getriebe (DKG). Das DKG mit sogenannter „trockener“ Kupplung hat Fiat Powertrain (FPT) entwickelt, die elektronische Steuerung stammt vom zum Konzern gehörenden Zulieferer Magneti Marelli.
Neuer Turbodiesel in zwei Varianten
Wie wichtig FCA das SUV-Segment ist, zeigt die Verwendung des neuen 2.2 Turbodiesel MultiJet II. Der Jeep Cherokee erhält als erstes Modell im Fiat-Chrysler-Konzern diese neue Motorisierung mit zwei Leistungen aus 2,2 Liter Hubraum: Die 147 kW/200 PS beziehungsweise 136 kW/186 PS werden bei 3.500 U/min erreicht und das gleichhohe maximale Drehmoment von 440 Newtonmeter stemmt sich bei 2.500 U/min auf die Kurbelwelle. Damit erhält das im letzten Jahr vorgestellte SUV der Mittelklasse ein neues Herz und bietet, wie erste Fahrten zeigen, mehr Fahrspaß bei weniger Verbrauch. 75 Prozent seiner maximalen Kraft liegen bereits bei 1.500 U/min an und mit der 9HP-Automatik beschleunigt es in unter neun Sekunden von null auf 100 km/h und kann, wenn gewollt, mehr als 200 km/h erreichen. Der Diesel-Verbrauch im üblichen EU-Fahrzyklus „kombiniert“ wird mit 5,7 Litern und 6,1 Liter je 100 km angegeben und entspricht einem CO2-Ausstoß von 150 g/km und 160 g/km. Da die ersten Fahrten nicht auf dem Rollprüfstand, sondern im Alltagsverkehr vorgenommen wurden, liegt der Verbrauch freilich höher als angegeben. Der Bordcomputer wies knapp sieben Liter aus.
Der 2.2 Turbodiesel MultiJet II erhielt anders als der 2.0 Turbodiesel MultiJet (103 kW/140 PS und 125 kW/170 PS) einen neuen Turbolader mit elektromechanisch verstellbarer variabler Turbinengeometrie (VTG) und einen neuen Aluminium-Zylinderkopf mit vier Ventilen pro Zylinder und zwei oben liegenden Nockenwellen (DOHC) mit Riemenantrieb. Die neuen Magnet-Einspritzventile der zylinderselektiven Hochdruck-Direkteinspritzung arbeiten mit maximal 2.000 bar (2.0 Multijet: 1.600 bar). Die Ingenieure von Fiat Powertrain haben den Kurbeltrieb optimiert und dadurch die Reibungsverluste verringert und mit einer Ausgleichswellen-Einheit dafür gesorgt, dass die Vibrationen des Antriebs minimiert wurden.
Anders als vergleichbare Dieselmotoren der Wettbewerber arbeitet der 2.2 Turbodiesel MultiJet II bei der Reduktion von Stickoxiden (NOx) mit einem NOx-Speicherkatalysator und nicht mit der sogenannten „SCR“-Technik (selektive katalytische Reduktion) sowie „AdBlue“-Zugabe. Wobei der NOx-Speicherkatalysator zusammen mit dem Dieselpartikelfilter nah am Auspuffkrümmer angebracht ist. Damit erreicht der Motor die Abgasnorm EU6.
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