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Wirtschaft Källenius über Coronavirus: „Müssen Schwachstellen in der Lieferkette finden“

| Autor: Svenja Gelowicz

Daimler-Chef Ola Källenius plädiert dafür, die globale Wertschöpfung zu verteidigen, trotz ihrer derzeitigen Anfälligkeit. Derweil prognostiziert der chinesische Branchenverband PCA einen deutlichen Absatzrückgang für das aktuelle Jahr.

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Daimler-Chef Ola Källenius.
Daimler-Chef Ola Källenius.
(Bild: Daimler)

Daimler-Vorstandsvorsitzender Ola Källenius sieht die aktuelle Coronavirus-Krise als Beispiel dafür, „wie anfällig globale Lieferketten sind“. Gleichzeitig betonte er im Gespräch mit „Spiegel“: „Eine Welt ohne globale Arbeitsteilung wäre eine weniger erfolgreiche.“ Es wäre der falsche Weg, so Källenius weiter, wenn künftig jedes Land für sich wirtschafte. Die Globalisierung hätte zum Wachstum der vergangenen Jahrzehnte geführt, das gelte es zu verteidigen und zugleich zu prüfen, „wo es Schwachstellen gibt, wo man mehr Sicherheit in der Lieferkette schaffen kann.“

Der chinesische Markt sei in den vergangenen zehn Jahren Wachstumstreiber schlechthin gewesen. „Der Marktzugang westlicher Unternehmen dort hat hier, in Deutschland Arbeitsplätze geschaffen und unsere Zukunft mit gesichert.“ Der Abstand des größten Weltmarktes zu andere Regionen wird in den nächsten zehn Jahren noch größer, glaubt Källenius.

Auswirkungen durch Coronavirus

Das Coronavirus werde auf jeden Fall Auswirkungen auf das wichtige Chinageschäft von Daimler haben. „Sowohl die Produktion als auch der Verkauf werden beeinträchtigt sein.“ Das genaue Ausmaß der Folgen könnten heute jedoch noch nicht abgesehen werden.

Der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) geht für das laufende Jahr von einem Absatzrückgang um acht Prozent aus, sagte wiederum deren Generalsekretär in einem Interview am Montag (9. März).

Källenius will sich von Tesla inspirieren lassen

Källenius äußerte sich im Interview mit „Spiegel“ auch über den jungen Konkurrenten Tesla: Dessen Börsenwert sei für die Daimler-Strategie „nur bedingt relevant. Aber wir sollten uns von Teslas Erfolg inspirieren lassen.“

Ein neuer Player wie das kalifornische Unternehmen hätte den Vorteil gehabt, sich von Beginn an voll auf die neue Technologie konzentrieren zu können, während „Traditionskonzerne“ – er meint damit sein eigenes Unternehmen – ihr Stammgeschäft erst in die Richtung E-Mobilität entwickeln müssten. „Voriges Jahr haben Elektro- und Hybridfahrzeuge weltweit zwei Prozent unseres Absatzes ausgemacht. Dieses Jahr wollen wir den Anteil vervierfachen und 2021 noch einmal verdoppeln“, so Källenius.

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 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Autojournalistin