Kommentar „Insbesondere die Zulieferer leiden unter der lahmenden E-Mobilität hierzulande“

Von Claus-Peter Köth 2 min Lesedauer

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Der VDA und die deutschen OEMs kritisieren die geplanten EU-Strafzölle. Die französische Politik hat sich in Brüssel durchgesetzt. Wo steht die deutsche Automobilindustrie im globalen Wettbewerb?

Claus-Peter Köth ist Chefredakteur von »Automobil Industrie«.(Bild:  Dominik Böhm - Fotokumpel)
Claus-Peter Köth ist Chefredakteur von »Automobil Industrie«.
(Bild: Dominik Böhm - Fotokumpel)

Wie erwartet hat die EU-Kommission Ausgleichszölle für in China hergestellte E-Autos festgelegt. Demnach müssten die OEMs bei der Einfuhr in die EU künftig bis zu 38,1 Prozent Zoll – im Durchschnitt 21 Prozent – zusätzlich zu den geltenden zehn Prozent entrichten. Ob die Strafzölle tatsächlich erhoben werden, hängt davon ab, ob die EU mit China eine andere Lösung finden kann; erst Ende Oktober wird mit einer endgültigen Entscheidung gerechnet. Die Zölle könnten rückwirkend ab Juli gelten.

Der VDA und die deutschen OEMs kritisierten die angekündigte Maßnahme. Kein Wunder, schließlich hatte die Chinesische Handelskammer in der EU schon vor Wochen vor dem Hintergrund der US-Strafzölle gegen chinesische E-Autos vor möglichen Schutzzöllen von 25 Prozent auf importierte Fahrzeuge mit großen Motoren gewarnt. Eine solche Maßnahme würde vor allem die Premiumhersteller Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche treffen.

Französische Politik setzt sich durch

Einmal mehr hat sich, wenn es um ein wichtiges Autothema geht, die französische Politik in der EU durchgesetzt – deren Autokonzerne eine chinesische „Luxussteuer“ nicht fürchten müssen. Die Berliner Regierung hingegen ist zu spät aufgewacht, um in Brüssel gegen die geplanten Zölle zu intervenieren. Die anhaltend geringe Wertschätzung der Automobilindustrie – als bedeutendster Industriezweig in Deutschland – bei großen Teilen der Bevölkerung und vielen politischen Parteien entpuppt sich weiterhin als Hypothek für die Branche.

Insbesondere die Zulieferer leiden unter der lahmenden E-Mobilität hierzulande. Es werden deutlich weniger E-Autos gebaut als von den OEMs ursprünglich angenommen. Das Nichteinhalten der Abrufe und die Verschiebung von Neuanläufen machen eine sichere Planung nahezu unmöglich. Hinzu kommt die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit am Standort mit Kosten für Energie und Arbeit, die im internationalen Vergleich zu hoch sind.

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