Generative Engineering Konstruktionsprozesse automatisieren: EDAG und Elise kooperieren

Redakteur: Lena Bromberger

Der Entwicklungsdienstleister kooperiert mit dem Start-up Elise. Gemeinsam will man den Entwicklungsprozess von Bauteilen automatisieren.

Firmen zum Thema

Der Grundgedanke der Software ist die Definition einer technischen DNA.
Der Grundgedanke der Software ist die Definition einer technischen DNA.
(Bild: EDAG)

Der Entwicklungsdienstleister EDAG arbeitet mit der Elise GmbH auf dem Gebiet „Generative Engineering“ zusammen. Das 2018 gegründete Start-up hat eine Software-Plattform entwickelt, die den gesamten Entwicklungsprozess von Design, Konstruktion bis zur Simulation automatisieren soll. Zusammen mit EDAG soll dieser Ansatz in der Praxis erprobt werden.

Regelwerk definieren statt Bauteil konstruieren

Der Grundgedanke der Software ist eine sogenannte technischen DNS. Die Ingenieure konzentrieren sich nicht wie bisher auf das Bauteil selbst, sondern definieren für das Produkt ein Regelwerk mit Randbedingungen. Dieses Konzept setze auf einen neuen Entwicklungsprozess für Bauteile und die dabei eingesetzten Software-Werkzeuge. EDAG soll die Elise-Software nutzen, um somit den gesamten Entwicklungsprozess in einem durchgängigen und automatisierten Ablauf aufzubauen. Damit werde nicht mehr das Bauteil selbst, sondern der Weg zum Bauteil in der Software erstellt.

Ist das Bauprinzip einmal definiert, kann der Prozess beliebig oft mit unterschiedlichen Parametern durchlaufen werden. So kann der Entwickler zum Beispiel verschiedene Lasten, Fertigungsverfahren oder Materialien vorgeben und erhält so automatisiert ein Bauteil, das sich genau diesen Bedingungen anpasst. Das Verfahren könne für additive Produktionsmethoden ebenso verwendet werden wie für traditionelle Verfahren wie beispielsweise den Druckguss.

Automatisiertes Erstellen eines optimierten Rippenbildes anhand einer Domstrebe.
Automatisiertes Erstellen eines optimierten Rippenbildes anhand einer Domstrebe.
(Bild: EDAG)

In ersten Projekten wurden mit der „Generative Engineering“ genannten Methode beispielsweise ein additiv gefertigte Batterieknoten und eine Druckguss-Domstrebe mit optimierter Rippenstruktur automatisiert erzeugt. Wichtig dabei war, heißt es in einer Mitteilung, die Topologie-Optimierungsergebnisse automatisch in ein parametrisches CAD-Modell zu überführen. Dabei wurde der Skeleton-Algorithmus genutzt.

Über Elise

Elise wurde 2018 in Bremerhaven als Spin-Off des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) gegründet. Zu den Investoren gehört unter anderem BMW i Ventures. Heute ist der Hauptsitz in Bremen. Die gut 25 Mitarbeiter entwickeln eine offene Software-Plattform für die technische Produktentwicklung.

(ID:47085052)