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Zulieferer Leoni: Stellenabbau und schlankere Strukturen

| Redakteur: Christian Otto

Der Automobilzulieferer Leoni strukturiert seinen Unternehmensbereich Bordnetz-Systeme um und streicht rund 1.100 Stellen weltweit. Der Stellenabbau hatte sich schon im März angedeutet, betrifft nun aber mehrere Werke.

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Der Automobilzulieferer Leoni strukturiert seinen Unternehmensbereich Bordnetz-Systeme um und streicht rund 1.100 Stellen weltweit.
Der Automobilzulieferer Leoni strukturiert seinen Unternehmensbereich Bordnetz-Systeme um und streicht rund 1.100 Stellen weltweit.
(Bild: Leoni)

Der Bordnetz-Bereich von Leoni hat eine neue Struktur eingeführt. Das Ergebenis ist eine Verschlankung der Organisation. Nun gibt es statt der vorherigen fünf nur noch drei Ebenen. Infolgedessen betreuen laut dem Unternehmen zwölf geschäftsverantwortliche Business Units, die global agieren, ihre Kunden.

Diese Einheiten sollen die Aufträge mit den Werken koordinieren, welche unter Einhaltung bestimmter Standards für Qualität und Kosteneffizienz der Produktion verantwortlich sind.

1.100 Stellen gestrichen

Doch neben der strukturellen Neuorganisation vermeldet das Unternehmen auch einen Stellenabbau. So trennt sich der Zulieferer von weltweit rund 1.100 Mitarbeitern der angeschlagenen Bordnetzsparte. Davon betroffen sind circa 70 Mitarbeiter in Deutschland. Der Großteil der Kündigung betrifft laut Leoni aber Mexiko, China und Osteuropa.

Die Entlassungen führen demnach im Geschäftsjahr 2016 zu geringen Ergebnisverbesserungen und es kommt zu Einmalbelastungen durch die Restrukturierung. Ab 2017 solle durch den Umbau die Rendite dauerhaft gesteigert werden. Daraus ergebe sich künftig ein Plus von etwa 30 Millionen Euro im Jahr, bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Der geplante Stellenabbau kommt nicht ganz überraschend. Schon bei der Bilanzpressekonferenz von Leoni Ende März deutete sich solche eine Entwicklung an. Die damalige Veranstaltung stand deshalb auch ganz im Zeichen der Umstrukturierung des Bordnetzbereiches (Wiring Systems /WSD). Dr. Frank Hiller, Mitglied des Vorstands der Leoni AG und verantwortlich für den Unternehmensbereich WSD sprach damals mit Blick auf das Jahr 2015 von einem „enttäuschenden Ergebnis“ der Sparte.

Maßnahmepaket im März angekündigt

Konkret konnte Leoni für den Bereich WSD 2015 nur einen EBIT von 87,4 Millionen Euro (Vorjahr: 104,6 Millionen Euro) melden. Hauptursache für das deutlich niedrigere Ergebnis waren laut dem Unternehmen massive Kostensteigerungen beim Hochlauf neuer Projekte.

Hiller kündigte damals ein Maßnahmepaket an und brachte Stellenstreichungen vor allem für das rumänische Werk ins Spiel. Ob auch andere Werke von Personaleinsparungen betroffen sein könnten, ließ das Leoni-Topmanagement damals noch offen. Hiller sah aber schon im März auch an anderen Standorten „Potenziale“. Nun folgen Fakten.

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