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Wirtschaft Low Budget Cars: Einfach ist schwer

Autor / Redakteur: Christian Otto und Dietmar Krepper / Thomas Günnel

Noch ist das Premiumsegment für deutsche OEMs sehr auskömmlich. Doch das Geld dürfte künftig im Low-Budget-Segment und in den Schwellenländern verdient werden. Auch VW plant ein Billigfahrzeug – die Hürden sind hoch.

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Low-Budget-Fahrzeuge haben viele Hersteller geplant, nicht alle konnten sie bislang realisieren. Die Hürden auf dem Weg zum günstigen Auto sind hoch.
Low-Budget-Fahrzeuge haben viele Hersteller geplant, nicht alle konnten sie bislang realisieren. Die Hürden auf dem Weg zum günstigen Auto sind hoch.
(Zeichnung: Gernot Bracht)

Der Machtkampf in Wolfsburg wurde zugunsten von Martin Winterkorn entschieden. Die von Ferdinand Piëch kritisierten Baustellen bleiben. Einer der Kritikpunkte: die Hängepartie um die Low-Budget-Modelle. Gerne wird dann auf Renault verwiesen: Die Franzosen feierten im letzten Jahr den zehnten Geburtstag ihrer Billig-Tochter Dacia. Selbst auf dem anspruchsvollen deutschen Markt weisen sie beachtliche Verkaufszahlen vor. Kurzum: Der Volkswagen-Konzern, der Weltmarktführer bleiben oder werden will, braucht ein Billigauto im Angebot. Seit knapp zwei Jahren arbeitet man an dem konzernintern „Budget Car“ genannten Projekt. Doch die Informationen sind spärlich.

Ziel: Jeder zehnte Neuwagen

Den Willen, ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen, nähren diverse Studien. So ergaben Umfragen, dass immer mehr Autokäufer für ein neues Fahrzeug deutlich weniger als 10.000 Euro ausgeben wollen. Diese Billigautos haben es laut Zahlen von IHS Automotive inzwischen geschafft, pro Jahr weltweit knapp neun Millionen Neuwagenkäufer zu überzeugen. Bis 2020 soll das Segment auf rund zehn Millionen Einheiten wachsen. Im Klartext: Jeder zehnte weltweit verkaufte Neuwagen reiht sich dann in die Preisbrecher-Liga ein; Tendenz steigend. Auch Rosa Meckseper, Principal bei Arthur D. Little, ist beim Low-Budget-Segment sehr optimistisch: „Wie die Prognosen von IHS zeigen, ist ein stabiles weltweites Wachstum von drei Prozent zu erwarten.“ Als wichtigste Wachstumsmärkte gelten dabei bis 2022 Osteuropa (circa neun Prozent), Indien (circa acht Prozent) und die ASEAN-Staaten (circa sieben Prozent).