Studie Management: Frauen im Fokus

Redakteur: Thomas Günnel

Auch wenn im Privatleben oft Frauen beim Autokauf die Entscheidung treffen,liegt der Frauenanteil im automobilen Management weiter unter dembranchenübergreifenden Bundesdurchschnitt. Verschenktes Potenzial!

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Die Automobilbranche wirbt verstärkt um Managerinnen. Gleichwohl steigt der Anteil von Frauen in Führungspositionen nur langsam.
Die Automobilbranche wirbt verstärkt um Managerinnen. Gleichwohl steigt der Anteil von Frauen in Führungspositionen nur langsam.
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Bei Automobilausstellungen, in Filmen oder in der Werbung zeigt sich: die Kombination „Hübsche Frauen und schnelle Autos“ wird immer wieder gerne gewählt. Wie präsent Frauen in der deutschen Automobilbranche jedoch hinter den Kulissen sind – also in der Industrie, im Handel, bei der Instandhaltung oder Reparatur – hat nun der Darmstädter Wirtschaftsinformationsanbieter Hoppenstedt zusammen mit der Hochschule Osnabrück untersucht.

Nur 20,3 Prozent Frauen in Managementpositionen

Für den vorliegenden Branchenmonitor hat er die eigene Datenbank „Frauen im Management“ ausgewertet und mit den branchenübergreifenden Daten verglichen. Ergebnis: Während der Frauenanteil in Deutschland unter den insgesamt 28,7 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Juli 2012 bei 46 Prozent lag (Quelle: Bundesagentur für Arbeit), sind in den Managementpositionen nur 20,3 Prozent Frauen.

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Der Frauenanteil in Führungspositionen des automobilen Top- und Mittelmanagements liegt mit 18,3 Prozent sogar noch einmal zwei Prozent unter dem branchenübergreifenden Bundesdurchschnitt. Noch deutlichere Unterschiede zeigt die getrennte Betrachtung beider Managementsegmente: So hat sich der Anteil von Frauen im Top-Management der Autobranche seit 2007 nur leicht verändert und sich bis 2012 nur um 0,6 auf 11,2 Prozent erhöht. Im Mittelmanagement hingegen stieg der Frauenanteil seit 2006 von 19,2 auf 23,9 Prozent. Dabei unterlag er jedoch starken Schwankungen. Zum Beispiel war vom Jahr 2009 auf 2010 ein Rückgang von 1,8 Prozent zu verzeichnen. Eine Untersuchung nach Unternehmensgröße zeigt, dass der Anteil von Frauen im Top-Management vor allem in großen Unternehmen nur sehr gering gewachsen ist. Seit dem Jahr 2006 gab es lediglich einen Anstieg von 0,5 Prozent, und seit dem Jahr 2010 ermittelten die Autoren sogar einen Rückgang von 4,1 Prozent auf 3,3 Prozent. Auch in den Bundesländern variieren die prozentualen Frauenanteile im Top- und Mittelmanagement erheblich.

Thüringen Spitze – Hamburg Schlusslicht

Das Schlusslicht bildet Hamburg mit einem Anteil von 13,5 Prozent. An der Spitze steht Thüringen mit 24,3 Prozent Frauen, dicht gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 23,1 Prozent, sowie Sachsen mit 22,7 Prozent. Auch Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern liegen über dem Bundesdurchschnitt. Erstaunlich ist, dass Bundesländer mit starker Kraftfahrzeugtradition wie Nordrhein-Westfalen sehr niedrige Werte aufweisen. Der Anteil von Frauen im Top- und Mittelmanagement liegt hier mit 15,9-Prozent klar unter dem Bundesdurchschnitt von 19,0 Prozent. Ähnliches gilt für Baden-Württemberg mit einem Managerinnenanteil von nur 16,8 Prozent.

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