Leichtbau-Gipfel 2015

Materialbearbeitung: „Je aggressiver, desto besser“

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Simulation zur Sicherheit

Dr. Peter Müller-Hummel, Leiter BU Aerospace & Composites bei Mapal zeigte in seinem Vortrag lebhaft die Unterschiede in der Metallzerspanung und der Compositebearbeitung auf. Bei der Metallzerspanung, beispielsweise im Luftfahrbereich, sei es wichtig, ein hohes Zeitspanvolumen zu erreichen. Die daraus entstehende Wärme entweicht mit dem Span und wird nur mit etwas Öl gekühlt. Generell ist die Wärme laut Müller-Hummel bei der Bearbeitung von Metall sehr wichtig. Bei CFK lautet die Devise des Mapal-Manns: „Je aggressiver die Bearbeitung des Materials, desto besser ist das Ergebnis“. Dabei darf die Temperatur 80 Grad nicht überschritten werden, da sonst eine Materialbeschädigung droht.

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Dr. Müller-Hummel wies zudem auf die hohen Kosten der zu bearbeitenden Bauteile hin. Deshalb sei es enorm wichtig, sich auf die Werkzeuge verlassen zu können. Mapal simuliere vorab die Schritte der Bearbeitung, „um auf Nummer sicher zu gehen“, erklärte der Fachmann. Für jedes Bauteil stellt sein Unternehmen Werkzeuge, die den Anforderungen des zu bearbeitenden Materials gerecht werden müssen. Oberstes Ziel dabei sei, „immer wirtschaftlich zu produzieren“.

Am Ende seiner Ausführungen ging Müller-Hummel nochmals auf die verschiedenen Bearbeitungsmöglichkeiten der Gleichlauf- und Gegenlaufstrategie ein. Bei CFK sei die Gegenlaufstrategie geeigneter, da Risse des Materials nach außen gedrückt werden. Genauso verhalte es sich mit dem entstehenden Staub. Dieser wird ebenfalls nach außen abgeführt. Die Gleichlaufstrategie ist seiner Meinung nach besser geeignet für die Metallbearbeitung, da beispielsweise die Wärme nach innen weitergeleitet wird und somit die Schneide aufheizt. Abschließend betonte Dr. Müller-Hummel nochmals, dass die offene Kommunikation mit den Kunden wichtig sei, um die optimale Lösung der Kundenwünsche zu finden.

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