Wirtschaft

Mehr Effizienz, weniger Mitarbeiter: VW muss sparen

| Autor / Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw peilt allein im Stammwerk Wolfsburg bis 2020 Einsparungen um 186 Millionen Euro an.
Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw peilt allein im Stammwerk Wolfsburg bis 2020 Einsparungen um 186 Millionen Euro an. (Bild: Volkswagen AG)

VW Pkw hat seinen Zukunftspakt weiter konkretisiert. Allein am Stammsitz in Wolfsburg will der Hersteller bis 2020 rund 186 Millionen Euro einsparen, und auch global schnallt er den Gürtel enger – mit Ausnahme von China.

VW unter dem Spardiktat: Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw peilt allein im Stammwerk Wolfsburg bis 2020 Einsparungen um 186 Millionen Euro an. Ermöglichen sollen dies schlankere und automatisierte Prozesse sowie weniger Arbeitsschritte, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Bis 2025 solle die Produktivität im gesamten Produktionsnetzwerk – außer China – um 30 Prozent zulegen, insgesamt bedeute dies Einsparungen von 2,6 Milliarden Euro, sagte Andreas Tostmann, Produktions- und Logistikchef von VW Pkw. Das Vorhaben betreffe auch die Belegschaft: „Wir gehen davon aus, dass die Belegschaft reduziert wird.“ Dies werde sozialverträglich, ohne betriebsbedingte Kündigungen und beispielsweise über Altersteilzeitregelungen geschehen, betonte Tostmann. Die Maßnahmen kann man getrost als erneuten Beleg dafür werten, wie abhängig der Konzern mittlerweile von China ist. Im Januar gingen fast 56 Prozent aller weltweit ausgelieferten VW-Neuwagen an Kunden im Reich der Mitte.

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Im „Zukunftspakt“ genannten Sparprogramm für die deutschen Werke der Marke und darüber hinaus für den Umbau der Werke Emden und Hannover zu E-Auto-Produktionsstätten sei Beschäftigungssicherung vereinbart worden. Die Produktion von Elektroautos gilt als weniger aufwendig als bei den Verbrennern. Auch der "Zukunftspakt" sah bereits vor, die Produktivität in Wolfsburg um 25 Prozent bis 2020 zu verbessern.

VW-Konzernchef Herbert Diess hatte im vergangenen Jahr angekündigt: „Wir wollen gemeinsam mit den Marken, über alle Werke hinweg, bis 2025 rund 30 Prozent mehr Effizienz schaffen.“ Hintergrund sind etwa immense Investitionen, die der Wandel zur E-Mobilität und zum automatisierten Fahren erfordert.

Volkswagen hofft auf den Golf 8

Bislang liege VW bei Produktions- und Arbeitskosten im Vergleich mit Wettbewerbern im Mittelfeld, sagte Tostmann. Auch an die Standardisierung im weltweiten Produktionsverbund will er heran. Vorhandene Anlagen sollten wiederverwendet werden, im Karosseriebau sollten voll automatisierte Transportsysteme eine schnellere Materialversorgung bewirken – die 23 Transportroboter erhöhten die Produktivität in dem Sektor um 7 Prozent.

Betriebsratschef Bernd Osterloh hob die Flexibilität der Belegschaft hervor. Ziel müsse es sein, die Produktivität auch durch hohe Werksauslastung zu steigern. Allerdings ist der Standort Wolfsburg mit rund 63.300 Beschäftigten nicht voll ausgelastet: Im vergangenen Jahr wurden dort rund 704.000 Autos hergestellt, künftig soll an dem Standort die Golf-Produktion gebündelt werden. Bislang entsteht der Golf unter anderem auch in Zwickau, dem künftig ersten reinen E-Auto-Werk von VW, wo ab Ende 2019 der vollelektrische ID vom Band läuft. Im Stammwerk sollen dann bis zu eine Million Autos pro Jahr gebaut werden.

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Eine „deutliche Volumensteigerung“ verspricht sich Tostmann vom Golf-Nachfolger, dem Golf 8, im zweiten Halbjahr 2019. Beim Anlauf des neuen Modells sei VW „im Zeitplan“. Der Produktionsvorstand geht davon aus, dass die Arbeitszeit für das neue Modell um zehn Prozent geringer ausfällt, die Produktion wird also schneller getaktet.

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