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Neue Modelle Mercedes AMG GT S Roadster: Der Dritte im Bunde

| Autor: Jens Scheiner

AMG bringt hat im Sommer mit dem GT S seinen dritten Roadster auf die Straße gebacht. Optisch fügt sich das neue Open-Air-Modell nahtlos in die GT-Reihe ein und setzt dabei auf den bewährten 4,0-Liter-V8-Biturbo.

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Der neue AMG GT S ist bereits der dritte Roadster der GT-Familie und reiht sich zwischen den GT und den GT C ein.
Der neue AMG GT S ist bereits der dritte Roadster der GT-Familie und reiht sich zwischen den GT und den GT C ein.
(Bild: Daimler)

Während einige Automobilhersteller wie Seat, Toyota oder Volvo ihre Performance-Abteilungen erst kürzlich zu eigenständigen Sportmarken ausgebaut haben, bringt Mercedes mit seiner Tuningschmiede AMG bereits sein zwölftes Modell auf die Straßen.

Der neue AMG GT S ist der dritte Roadster der GT-Familie und reiht sich mit seinen 384 kW/522 PS ein zwischen den 350 kW/476 PS kleineren AMG GT und dem mit 410 kW/557 PS nochmals leistungsstärkeren AMG GT C. Wie seine Geschwister baut auch der neue Zweisitzer auf den bewährten 4,0-Liter-V8-Biturbo und das sogenannte „AMG Speedshift“, ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen, auf.

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Das Aggregat stellt ein maximales Drehmoment von 670 Nm zur Verfügung und beschleunigt die 1.625 Kilogramm in 3,8 Sekunden auf Tempo 100. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 308 km/h ist der GT S sechs km/h schneller als der GT und acht km/h langsamer als der GT C. Was alle Modelle vereint, ist nicht nur eine Geschwindigkeit über 300 km/h, sondern auch die neue Abgasnorm Euro 6d-Temp, die nun einen Ottopartikelfilter nötig macht und mit dem Änderungsjahr 2018/1 für die gesamte Baureihe 190 eingeführt wird. Trotzdem liegt der CO2-Ausstoß des GT S bei 262 g/km. Dank der aerodynamischen Form und dem intelligenten Leichtbau konnten die Ingenieure den Verbrauch mit durchschnittlich 11,5 Liter auf 100 Kilometern im segmentüblichen Bereich halten.

Optisch trägt der GT S die typischen GT-Proportionen sowie Elemente und orientiert sich dabei stärker am Standard-GT. Ein nach vorn geneigter Kühlergrill, flankiert von LED-High-Performance-Scheinwerfern, eine langgezogene Motorhaube mit ausgeprägten Powerdomes sowie ein weit nach hinten gerücktes Greenhouse und ein breit wirkendes Heck spiegeln die Designsprache der GT-Reihe wider.

Gleiches gilt für den Innenraum: Das schwungvoll gestaltete Cockpit, dessen Kombiinstrument aus zwei analogen Rundinstrumenten und einem 11,4 cm großen Multifunktionsdisplay mit TFT-Technologie besteht, die Schaltzentrale in der Mittelkonsole sowie das freistehende Display und die vier zentralen Klima-Spot-Düsen erinnern an die GT-Geschwister. Ebenfalls bekannt aus dem GT C ist die Kopfraumheizung „Airscarf“, die bei offenem Verdeck für einen angenehm warmen Nacken sorgt. Heiße Sommertage hingegen lassen sich mit der dreistufigen Sitzklimatisierung besser ertragen.

Airpanel mit Doppelfunktion

Für ausreichend Kühlung und einen besseren Abtrieb sorgt außerdem das aktive Luftregelsystem „Airpanel“, das senkrechte Lamellen in der Frontschürze elektronisch öffnet und schließt. Im normalen Fahrbetrieb sind die Lamellen geschlossen, um den Luftwiderstand zu reduzieren und die Luft gezielt in Richtung Unterboden zu lenken. Erst wenn bestimmte Komponenten vordefinierte Temperaturen erreichen, öffnen sich die Lamellen, und Kühlluft strömt zu den Wärmetauschern. Zudem verfügt der Roadster über einen ausfahrbaren Heckflügel, der bei hohem Tempo den Auftrieb an der Hinterachse reduziert. Unter dem Blech setzen die Ingenieure auf einen leichten Materialmix: Der Spaceframe und die Außenhautteile sind aus Aluminium gefertigt, die Heckklappe besteht aus Stahl, der Heckdeckel aus SMC (Sheet Molding Compound) mit Carbonfasern. Die Konstruktion für das Stoffverdeck ist eine Mischung aus Magnesium, Stahl und Aluminium. Das Frontdeck besteht ausschließlich aus Magnesium. Dieses leichte Element am Bug reduziert die Massenträgheit vor der Vorderachse und verbessert die Agilität des Fahrzeugs.

Für zusätzliche Stabilität sorgt das serienmäßige Ride-Control-Fahrwerk mit adaptiver Verstelldämpfung. Das elektronisch gesteuerte System federt jedes einzelne Rad automatisch ab. Die Stärke der Dämpfung hängt dabei von der Fahrweise, der Straßenbeschaffenheit und der gewählten Fahrwerksstufe (Comfort, Sport und Sport+) ab. Mit dem Dynamic Select stehen dem Fahrer zudem fünf Fahrprogramme zur Verfügung:Comfort, Sport, Sport Plus, Race sowie Individual.

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Das System macht je nach Modus und in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls serienmäßigen Hinterachs-Sperrdifferenzial den Roadster noch aggressiver, agiler und lauter. Es regelt neben dem Ansprechverhalten von Motor und Getriebe die Gaspedalkennlinie, das Sportfahrwerk, die Lenkung, das ESP sowie die Stellung der Performance-Abgasanlageklappen. Diese serienmäßigen Features stammen aus dem Repertoire des GT C. Zu diesem zählt zwar auch die Hinterachslenkung, die gibt es beim GT S allerdings nur gegen Aufpreis. Ebenso wie die Keramik-Hochleistungsverbundbremsanlage, die im Vergleich zu herkömmlichen Verbundbremsscheiben rund 40 Prozent leichter ist.

Schwer wiegen könnte allerdings der Preis des AMG GT S Roadster. Während für den Mercedes-AMG GT Roadster rund 129.000 Euro und für den GT C Roadster etwa 161.000 Euro fällig werden, könnte sich der Neuzugang preislich in der Mitte einreihen.

Mit dem AMG GT S Roadster hat die Tuningschmiede von Mercedes-Benz zwar einen weiteren Sportwagen im Repertoire, sich aber technisch und optisch weitestgehend bei den GT-Geschwistern bedient – ein wirklicher Wow-Effekt bleibt aus.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE