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Fährt sich wie ein Pkw
Das Überraschendste jedoch ist die Leichtigkeit, mit der sich der lange, zwangsläufig immer noch kastenförmige Wagen bewegen lässt. Das völlig neue Fahrwerk bügelt Unebenheiten gekonnt weg, stemmt sich mit Nachdruck auch in schnellen Kurven gegen Schräglagen und bietet vor allem einen überzeugenden Langstreckenkomfort. Mit dem recht kleinen, aus der C-Klasse stammenden Lenkrad hat man die V-Klasse zudem immer sicher im Griff. Die hohe Sitzposition vermittelt erfreulich souveräne Erhabenheit.
Aus dem Pkw-Regal der Stuttgarter durften sich die V-Klasse-Ingenieure vor allem im Kapitel Assistenzsysteme reichhaltig bedienen. Abstandsradar mit Auffahrwarnung, Toter-Winkel- und Spurhalteassistent, Seitenwindkorrektur oder halbautomatisches Einparken haben Einzug in die Klasse der Großraumlimousinen gehalten. Auch automatisch abblendende Schweinwerfer, Verkehrszeichenerkennung per Kamera oder Multimedia-Navigation samt Online-Zugang können bestellt werden. Auch wenn das meiste natürlich extra kostet, hat die V-Klasse hier einen deutlichen Vorsprung auf ihre Rivalen – Marktführer VW mit seinem Caravelle genannten Pendant kann da nicht mehr mithalten.
Wer viel will, muss viel bezahlen
Wenn nur die stolzen Preise nicht wären: Der getestete V 250 in der Avantgarde-Ausstattung kostet zum Beispiel ab 56.918 Euro, verfügt allerdings über manche Feinheiten, die bei einfacheren V-Klasse-Versionen Aufpreis verlangen. Beispiele sind LED-Licht mit erwähnter Scheinwerfer-Automatik, ein elektronisch einstellbares Fahrwerk, das zu öffnende Heckfenster oder auch die linke Schiebetür. Serienmäßig sind sechs Einzelsitze in drei Reihen, möglich sind bis zu acht Plätze. Die einzelnen Sitze im Fond können recht einfach ausgebaut werden, wenn denn mehr Platz nötig ist.
Ohne Zweifel räumt die V-Klasse gründlich mit der Hypothek ihrer Vorgänger auf - der Wandel von Zweck- zum Lifestylemobil scheint gelungen. „Wir haben diesmal die V-Klasse vor dem Vito entwickelt“, erklärt Van-Chef Mornhinweg. „Beide müssen völlig unterschiedliche Anforderungen erfüllen, denen wir jetzt Rechnung tragen, in der Produktion ebenso wie im Vertrieb“. Deshalb dürfen sich künftige Kunden im Autohaus jetzt erstmals an den Pkw-Verkäufer wenden. Deren Nutzfahrzeug-Kollegen am Beratungstresen können sich fortan ganz auf das im Herbst ebenfalls neu erscheinende, eher nüchterne Schwestermodell Vito konzentrieren.
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